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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
Entstehung
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Drittes Kapitel.

Der erste und zweite schlesische und der österrei-chische Erhfolgekrieg (17401748).

§ 18-Ursachen und Zweck des ersten schlesischen und des österreichischen

Erbfolgekrieges.

Nach dem Rastatter Frieden schien die Ruhe in West-Europa auflange Zeit hinaus gesichert zu sein, weil der langwierige spanische Erb-folgekrieg alle Staaten, die sich daran betheiligt, geschwächt hatte undder Frieden unter vortheilhaften Bedingungen für die Mehrzahl derselbengeschlossen worden war. England, dem der Friede die grössten Vortheilegewährte, bemühte sich auch um die Aufrechterhaltung und Sicherstel-lung desselben. Spanien hingegen, geschwächt und gedemüthigt, ergriffbald darauf die Waffen, um die in Italien eingebüssten Besitzungen zu-rückzuerobern ; die listige Politik des spanischen Premierministers Car-dinal Alberoni, sowie die Kriegsoperationen der Spanier in Italien undam Mittelmeere waren jedoch ohne Erfolg. Obgleich die spanische FlotteSardinien (1717) und Sicilien (1718) erobert hatte, so zwang doch balddarauf der im Jahre 1718 zwischen England, Frankreich, Holland unddem deutschen Reiche zur Aufrechthaltung der Utrechter Friedensbedin-gungen abgeschlossene Vierbund Spanien, sich von allen gemachten Ero-berungen loszusagen. Ebenso lang anhaltend, aber in seinen Folgenwichtiger war der nach dem Ableben August's II. ausgebrochene polnischeErbfolgekrieg (.17331735). Russland und Oesterreick hielten das Erb-folgerecht des Sohnes August II. (in der Folge August III.) aufrecht,und Frankreich, Spanien und Sardinien die Rechte des durch Wahl aufden Thron Polens gesetzten Stanislaus Lescinsky. England und Holland,ungeachtet ihres Bündnisses mit Oesterreich, betheiligten sich nicht an