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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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16 HI. Kriege in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

und Feldherren nicht nur seiner Zeit, sondern aller Zeiten stellte, sichselbst zu verdanken hatte.

Was schliesslich seine Herzensbildung betrifft, so zeigten sich vonseiner frühesten Kindheit an und wuchsen und entwickelten sich mit derZeit die allerbesten Eigenschaften der Seele und des GemUths, die alsSchmuck eines Menschen, Herrschers und Feldherrn dienen konnten. Dieallerersten schönen Züge des Herzens, die sich bei ihm schon in der Kind-heit offenbarten, waren die Gefühle der Liebe und Achtung für seine El-tern, besonders für die Mutter, die Gefühle der zärtlichsten, beständigen,unveränderlichen Freundschaft für seine ältere Schwester, für seine Kame-raden, Freunde, Erzieher und Lehrer seiner Kindheit, seines Knaben-nnd Jünglingsalters, besonders für Frau von Rocoulle und für Duhan.Dann offenbarte sich in seiner Kindheit noch ein anderer schöner Zug,den er besonders seiner Mutter verdankte: es war die Neigung zurWohl-thätigkeit im Allgemeinen und später an seinem Volke insbesondere. DieserHerzenszug hat ihn nie verlassen und machte bis zu seinem Lebens-ende eine seiner besten Zierden aus. Niemals war er taub sei es für ein-zelne Unglücksfälle, sei es für die Bedrängnis» und Noth aller seinerLandsleute und besonders seines Volkes. Alles dies dient zum Beweise,dass er von Natur ein Herz und eine Seele hatte, die allen zarten Ge-fühlen, allen edlen Anregungen, die einen Menschen, mehr noch einenHerrscher und Feldherrn schmücken, offen waren. Mit diesen Gefühlenwaren aber auch ungewöhnliche Kraft und Seelenstärke verbunden,die sich ebenfalls schon in seiner frühesten Jugend zeigten und besonders inden für ihn schweren Zeiten, vor und während des Zerwürfnisses mit demVater, an den Tag traten. Es ist nur nöthig, sich in seine damalige Lagehinein zu denken, um zu begreifen, wie viel moralische Kraft undSeelenstärke dazu gehörte, um alles dasjenige zu ertragen, was erdamals zu ertragen hatte. Dies dient zum Beweise seiner ungewöhn-lichen Willenskraft, welche, im Verein mit der Stärke des Verstandes,den Hauptwerth eines bedeutenden Menschen und vor Allem eines be-deutenden Feldherrn ausmacht. Wenn wir noch das ungewöhnlicheFeuer seines Verstandes und seiner Seele dazu nehmen, bekommen wireinen vollständigen Begriff von der geistigen und sittlichen Vollkommen-heit, die sich in Friedrich in den 28 ersten Lebensjahren entwickelte undmit welcher er den Thron bestieg.