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begab sie sich in Eilmärschen nach Baiern, Turenne bezog Winterquartiere inSchwaben und Wrangel bei Nürnberg.
Ihr Feldzug in diesem Jahre krönte auf würdige Weise den 30jährigen Kriegund ist nebst ihrem Feldzuge von 1646 nach den Feldzügen Gustav Adolph'seiner der bemerkenswerthesten. In seinen Anmerkungen über denselben sagtNapoleon I.: »Turenne durchzog in den Jahren 1646—164 8 Deutschland inallen Richtungen mit einer Raschheit und Kühnheit, welche der Kriegführungjener Zeit völlig entgegengesetzt war; dies war die Folge seiner Geschicklich-keit und der richtigen Grundsätze seiner Methode, wie auch der Anhänglichkeitund des Antheiles, die er bei den Einwohnern fand, denn Deutschland theiltesich in zwei Religionsparteien, von denen die protestantische sich unter demSchutze Frankreichs befand.« Napoleon meint wahrscheinlich hiermit, dassTurenne die Führung des Krieges dadurch erleichtert wurde, dass er dieTruppen nicht aus Magazinen, sondern durch das Requisitionssystem unterhielt.Bei der geringen Zahl seiner Truppen konnte Turenne bei Offensivbewegungendieses Verfahren ohne Schwierigkeit einschlagen, wenn er auch bei Rückzügensich von ihrer Nachteiligkeit überzeugt hatte und deshalb grosse Sorgfaltdarauf verwendete, bei Einstellung der Operationen oder bei gänzlicher Un-.thätigkeit Lebensmittel in Magazinen aufzuspeichern; mit andern Worten , erverstand es, geschickt den Umständen angemessen das Requisitionssystem mitdem Magazinsystem für die Truppenverpflegung zu vereinigen, während seitden Kriegen Gustav Adolph's in Deutschland das letztere nicht nur das vorzüg-lichste, sondern das ausschliessliche geworden war.
Die weiteren Feldzüge Turenne's, vom Jahre 1649 an, werden in dernächsten Periode geschildert werden.
XI.
Cond&
Ludwig II. vonBourbon, Prinz von Conde, bekannt unter dem Namendes grossen Conde (le grand Conde), der Sohn des Prinzen Heinrich II. Condeund Charlottens von Montmorency wurde den 8. September 1621 (zehn Jahrespäter als Turenne) zu Paris geboren und führte bis zum Tode seines Vaters denTitel eines Herzogs von Enghien. Schon in seiner frühesten Jugend machte ersich durch grossen Fleiss bemerkbar und beschäftigte sich selbst während seinerFeldzüge mit den Wissenschaften, weshalb er auch ein äusserst gebildeterMensch war. Im Kriege zeichnete er sich zum ersten Male 1640 aus (im Altervon 19 Jahren i bei der Belagerung und Eroberung von Arras durch die Mar-schälle Chatillon und Meilleraye. Er begleitete Ludwig XIII. 1642 im Feldzugevon Roussillon, in dem er durch seine Anordnungen und seine Tapferkeit sichdie allgemeine Achtung erwarb. Ludwig XIII. vertraute dem 21jährigenConde, bei dem sich der Marschall de l'Hospital befand, 1643 die Verteidigungder Nordgrenze Frankreichs an, mit- 16,000 Mann Infanterie und 7000 Manu