I. Gustav II. Adolph, König von Schweden. (Sein Tod.) 157
Flügel der Kaiserlichen. Das Resultat dieses ersten Angriffes war ein augen-blickliches und entschiedenes im Centrum und auf dem rechten Flügel derSchweden , weniger anf dem linken. Auf dem rechten Flügel stürmte GustavAdolph mit der Reiterei ungestüm auf die Kroaten Isolani's los und warf sie aufdie Kürassiere der zweiten Linie zurück : die ersteren ergriffen die Flucht in derRichtung auf Markranstädt und Leipzig, die Kürassiere aber wurden nieder-geritten und in Verwirrung gebracht. Zu derselben Zeit schlugen die schwe-dische und die gelbe Brigade die feindlichen Musketiere aus dem vorderenGraben heraus, gingen über den Damm, griffen die aus sieben Geschützen be-stehende Batterie an, nahmen dieselbe, kehrten die Geschütze gegen die Feindeum, machten (vermittelst einer halben Schwenkung nach links) einen Frontal-und Flankenangriff auf das Quarre der ersten und das linke Quarre der zweitenLinie, geriethen mit ihnen in ein heftiges Handgemenge, brachten sie in völligeUnordnung, so dass jene sich zerstreuten, und warfen sich dann mit Macht aufdas rechte Quarre der zweiten Linie. Zu gleicher Zeit unterstützte GustavAdolph mit einem Theile der Reiterei des rechten schwedischen Flügels denAngriff seiner Infanterie von rechts; die übrigen Truppen des ersten und zweitenTreffens des schwedischen Centrums rückten an die Landstrasse heran. Allesbis jetzt Geschilderte ging sehr schnell vor sich, und der heftige Kampf aufdem linken Flügel und besonders im Centrum von Wallenstein's Armee ist dererste Abschnitt der Schlacht (annäherungsweise von 11 1 / 2 bis 1 2 1 / 2 Uhr Mittagsund immer noch während des wenn auch weniger dichten Nebels).
Von hier an beginnt der zweite wichtigste Abschnitt der Schlacht. Wallen-stein, der sich, wie bemerkt, zwischen den beiden Quarres der zweiten Liniebefand, Hess jetzt das vierte Quarre der dritten Linie (Haraucourt) gegen dierechte Flanke der schwedischen Brigaden, und die drei nächsten Reiterregimenterssines rechten Flügels (Piccolomini, Strozzi undTerzky) gegen ihre linke Flankevorrücken. Die geschwächten und vom Kampf ermüdeten schwedischen Bri-gaden wurden zum Weichen gebracht, zuerst hinter die von ihnen eroberteBatterie; dann nahmen die kaiserlichen Truppen dieselbe wieder, kehrten dieGeschütze gegen die Schweden, und warfen sie unter dem heftigen Feuer dieserBatterie über die Landsträsse zurück, während die feindlichen Kürassiere, diesich hinter derselben entlang postirt hatten, von den Pferden aus ein scharfesGewehrfeuer eröffneten.
In diesem heissen Kampfe befand sich Gustav Adolph bei seinen beidenBrigaden, nachdem sie über den Strassendamm zurückgedrängt worden waren ;er befahl ihnen, sich von Neuem zu formiren und den Angriff zu erneuern, undsprengte selbst zum smäländischen Reiterregiment, von dem oben schon berichtetwurde. Der Obrist desselben, Stenboek, war verwundet worden, und das Re-giment wurde statt seiner von einem Obristlieutenant befehligt. Sobald der Königdiesem den Befehl ertheilt, ihm mit seinem Regimente so schnell wie möglich zufolgen, sprengte er der Strasse zu. Schon hier wurde der Obristlieutenant