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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
Entstehung
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125
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I.

Gustav II. Adolph, König yon Schweden,

geb. den 9. December/30. November 1594, gest. den 6. November/27. October 1632.

Gustav Adolph war der Sohn des Königs Karl IX. von Schweden undväterlicherseits der Enkel des berühmten Schwedenkönigs Gustav I. Wasa. Erwurde in Stockholm am 9. December (30. November a. St.) 1594 geboren, zujener Zeit, da auf dem schwedischen Throne ein Vetter von ihm sass, ein Sohndes älteren Bruders Karl's IX., jener in der Geschichte des westlichen Europas,Polens und Russlands so bekannte Sigismund III., von 1587 an König von Polenund zeitweilig von 15921604 König von Schweden. Scbon von den erstenJahren seiner Kindheit an zeigte Gustav Adolph ungewöhnliche Naturanlagenin geistiger und sittlicher Beziehung, mit grosser Schönheit, körperlicher Kraftund Kühnheit verbunden, und die sorgfältigste, beste Erziehung, die GustavAdolph von Vater und Mutter erhielt, entwickelte noch mehr seine natürlichenAnlagen. Schon in den ersten zwölf Jahren seines Lebens gab er Beweise vonjenen erhabenen Eigenschaften, welche ihn im Jünglings- und Mannesalterschmückten, und das waren hauptsächlich: jene wahre und tiefe, bis zum Todetreue Frömmigkeit und Ergebenheit an den protestantischen Glauben, die reinsteSittlichkeit, eine ungewöhnliche Herzensgüte und Wärme, Wohlwollen, Freund-lichkeit und Liebenswürdigkeit gegen Jedermann, besonders gegen seine näch-sten Verwandten gegen den Vater, die Mutter, die Brüder und Schwestern,Erzieher und Lehrer, Freunde und Dienerschaft und ein ungemein sanftesWesen, aber zugleich auch Festigkeit des Charakters, eine unverstellte Auf-richtigkeit, fern von jeder Verschlossenheit und allem Argwohn, endlich ein un-gewöhnlicher Muth, ja Verwegenheit und rücksichtslose Verachtung der Gefahr.In geistiger Beziehung war er mit den glänzendsten Gaben ausgestattet, miteinem umfassenden, tiefen, klaren und ernsten Verstände, einem herrlichen Ge-dächtniss, einer feurigen Einbildungskraft und einer ungewöhnlichen Fähigkeitund Neigung fürs Studium, für die Sprachen, Wissenschaften und Künste. End-lich zeichnete er sich in körperlicher Hinsicht durch schönes Ebenmass derGlieder und unverwüstliche Gesundheit, durch Stärke und Ausdauer seiner Kräfte