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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
Entstehung
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Sechstes Kapitel.

Dritte Periode des dreissigjährigen Krieges, von der

Schlacht hei Nördlingen his zum westphälischen

Friedensschluss (1635-1648).

§.52.Politische Lage Deutschlands und Europas nach der Schlacht bei

Nördlingen.

Nach der Schlacht bei Nördlingen ging das Uebergewiclit wieder aufdie Seite des Kaisers über. Alle katholischen Fürsten, unter ihnen dieKurfürsten von Baiern und Köln und der Herzog von Lothringen, vonden protestantischen Fürsten aber der Kurfürst von Sachsen und derLandgraf von Hessen-Darmstadt schlössen ein Bündniss mit dem Kaiser.Ein grosser Theil der übrigen protestantischen Fürsten, als: der Kur-fürst von Brandenburg, die Herzöge des sächsischen Hauses, die Her-zöge von Braunschweig und sogar die von Mecklenburg, sowie ein grosserTheil der freien Städte erklärten sich für neutral. Nur der Landgraf vonHessen-Kassel und nach seinem Tode seine verwittwete Gemahlin ver-blieben wie früher dem Kaiser gegenüber feindlich gesinnt und im Bundemit Schweden und Frankreich. Ihre Streitkräfte aber waren unbedeutendim Vergleich mit denen des Kaisers und hatten kein Gewicht im Kriege,der von nun an, einer umsichgreifenden Flamme gleich, ganz Deutsch-land von einem Ende bis zum andern erfasste. Alles, was die Fruchtzweijähriger Anstrengungen Gustav Adolphs war, stürzte zusammenund verschwand nach der Schlacht bei Nördlingen. Süd- und SUdwest-deutschland waren von Neuem in der Gewalt des Kaisers, Sachsen imBunde mit ihm, Norddeutschland neutral. Die Schweden hatten nirgendsfesten Fuss, ihre Communicationen mit Schweden waren nicht hinläng-lich gesichert, von Seiten der deutschen Protestanten konnten sie keineBeihülfe erwarten; zu dem kam noch, dass Schweden durch den Kriegerheblich entkräftet war, Deutschland aber verwüstet und ausgesogen.Und vielleicht wären die Schweden auch gezwungen gewesen, sich ganzaus Deutschland zurückzuziehen, und der Krieg würde sich ganz zuGunsten des Kaisers geendet, sein entschiedenes Uebergewiclit in