4. Zweite Periode des dreissigjäkrigen Krieges (1630—1634). 95
Verwundeten und Gefangenen verloren hatte, warf sie sich in Unordnungtheils nach Merseburg, theils nach Leipzig, von wo Wallenstein mit dem.Rest der Armee sich nach Böhmen zurückzog. Der Verlust der schwedi-schen Armee, der sich auch auf 10—12,000 Mann an Todten und Ver-wundeten belief, war für sie bedeutend fühlbarer, um so mehr da unterden Gefallenen auch Gustav Adolph war, ein durch Nichts zu ersetzenderVerlust!
In der Schlacht bei Lützen stehen die Dispositionen Gustav Adolph'svor und während der Schlacht und das Agiren der schwedischen Truppenim Kampfe unvergleichlich höher als die Dispositionen Wallenstein's unddie Operationen seiner Truppen. In der Schlacht trat die Vorzüglichkeitder Einrichtung, Aufstellung und Operationsart der schwedischen Truppengegenüber der Aufstellung nnd Operationsart der kaiserlichen Truppenklar zu Tage. Sonderbar erscheint es nur, dass Gustav Adolph auf demMarsche von Naumburg nach Lützen mit allen seinen Truppen den ihmzunächst aufgestellten rechten Flügel der kaiserlichen Armee nicht an-gegriffen hat. Entweder war die von dieser Seite niedrig gelegene Ge-gend, welche in Folge der späten Jahreszeit noch unzugänglicher ge-worden war, oder aber der Wunsch, die kaiserliche Armee von Sachsennach Norden zu drängen, die Ursache, dass Gustav Adolph sie in derFronte und auf beiden Flügeln angriff.