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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
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56 I- Dreissigjähriger Krieg.

Ufer des Flusses bei Oderberg unterhalb Stettin landen und rückte balddarauf gegen letztere Stadt vor. Der Herzog Bogislaw von Pommern,um nicht offen seine Neutralität zu brechen, weigerte sich Anfangs dieSchweden in Stettin hereinzulassen, und als wenn durch die Machtdazu gezwungen, Hess er sie dann erst herein, als Gustav Adolph ener-gische Anstalten traf, die Stadt mit Gewalt zu nehmen. Nachdem er mitdem Herzoge von Pommern ein Bündniss geschlossen, einen Theil derStettiner Garnison in schwedische Dienste genommen und bald daraufauch einen Theil der früheren Truppen Mansfeld's, des Prinzen vonBraunschweig, des Administrators von Halberstadt und des Königs vonDänemark, und aus Livland 2000 Mann Verstärkung erhalten hatte,in Folge dessen die Stärke der schwedischen Armee bis auf 25,000Mann herangewachsen war, nahm Gustav Adolph Damm am rechtenUfer der Oder, Stettin gegenüber, ein, begann ein Fort zwischen Stettinund Garz zu errichten, in Stettin bedeutende Proviantvorräthe aufzu-speichern, und fuhr fort nach und nach verschiedene Punkte zu beidenSeiten der unteren Oder einzunehmen, sie zu befestigen, in denselbenProviantvorräthe zu sammeln und ihre Garnisonen seiner Armee einzu-verleiben. So wurde Wolgast und Rügenwalde genommen und Greifs-walde und Kolberg belagert.

Während Gustav Adolph an den Mündungen der Oder landete,sammelten sich bei Stolpe in der Nähe von Anklam und bei Garz in derNähe von Stettin gegen 10,000 Mann kaiserlicher Truppen unter derFührung von Torquato Conti. Als aber Gustav Adolph nach Stettin vor-rückte, sammelten sich alle diese Truppen bei Garz, wo sie sich amlinken Ufer der Oder in einem stark befestigten Lager aufstellten, dasmit dem rechten Ufer durch eine Brücke verbunden war, welche amrechten Ufer durch einen Brückenkopf und durch das befestigte StädtchenGreifenhagen gedeckt war. Ihrer geringen Stärke wegen hindertendiese Truppen die Schweden nicht, sich an der unteren Oder festzusetzen,sondern verblieben in ihrem Lager in gänzlicher Unthätigkeit, nur dasssie, wie es bei ihnen Sitte war, die Umgegend ausplünderten und vonZeit zu Zeit Versuche machten, Kolberg zu verproviantiren.

Zu derselben Zeit sammelte sich im westlichen Mecklenburg einekleine Anzahl kaiserlicher Truppen. Nachdem Gustav Adolph im nörd-lichen Pommern und an der unteren Oder sich hinlänglich festgesetzthatte, beabsichtigte er einen Feldzug nach Mecklenburg zu unternehmen,um in nähere Verbindung mit dem Landgrafen von Hessen-Kassel, demgewesenen Administrator von Magdeburg, Christian Wilhelm, und demHerzog von Sachsen-Lauenburg zu treten, sie aufzumuntern, ihre Rüstun-gen zu beschleunigen, die Herzöge von Mecklenburg wieder einzusetzenund sich dadurch in ihnen treue Bundesgenossen zu schaffen, den kaiser-