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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 1 (1874) Kriege der I. Hälfte des XVII. Jahrhunderts, der Dreissigjährige Krieg : 1618 - 1648
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28 I. Dreissigjiihriger Krieg.

gab aber aucli Ausnahmen. So z. B. in der Armee des Herzogs Georgvon Braunschweig-Lüneburg, von welcher oben schon gesprochen wor-den, waren ordnungsmässige innere Einrichtung, Verwaltung und Unter-halt der Truppen und ein guter Geist, militärische Ordnung und guteOrganisation unter denselben. Das Land zahlte monatlich eine Geld-abgabe zurBesoldung derTruppen. Zur Verpflegung sowohl der Truppen,als auch der Bewohner des Landes waren Vorrathsmagazine errichtet.Die Regierung kleidete, bewaffnete und unterhielt die Truppen, ver-pflegte und heilte die kranken Militärs etc. Die Reiterei wurde vomLande unterhalten und hatte in den an Weiden reichen Niederungenihre beständigen Quartiere. Die Einwohner waren verpflichtet, denReitern Quartiere uiuTFourage zu geben. In den Regimentern warenReservekassen eingeführt. Mit einem Worte, die braunschweig-lüne-burgische Armee unterschied sich von den deutschen Armeen durchOrdnung und gute Einrichtung, ebenso wie die schwedische ArmeeGustav Adolph's sich von den europäischen Armeen im Allgemeinenunterschied.

§.7.Feldfo rtiflcation.

Die Eeldfortification während des 30jährigen Krieges befand sichfast in demselben Zustande, welchen sie bei den Niederländern im nieder-ländischen Kriege erreicht hatte, nur mit einigen Abänderungen undVervollkommnungen, die theils von niederländischen, theils von andernIngenieuren, hauptsächlich aber von Gustav Adolph bewerkstelligt wor-den waren.

Abgesonderte Posten befestigte man vorzugsweise durch Sternschan-zen oder vierwinklige Redouten von verschiedener Grösse, Umfange undRisse, mit Sturmpfählen, Pallisaden, spanischen Reitern, Zugbrücken,Flechen vor den Eingängen und dergl.

Allgemeiner Brauch aber wurde, die Armeen wie im Felde, so auchbei Festungsbelagerungen durch zusammengerückte befestigte Linien miteinspringenden und vorspringenden Winkeln zu decken, die auf denschwächsten Punkten durch Sturmpfähle, Pallisaden, Verhaue, Pulver-minen etc. verstärkt wurden. Die Niederländer fingen an auf be-stimmte Entfernungen der befestigten Linien geschlossene Schanzen,hauptsächlich vierwinklige Redouten aufzuwerfen. Die befestigtenArmeelager hatten, ähnlich den römischen Lagern, die Gestalt eineslänglichen Vierecks oder eines regelmässigen Quadrats. Die Truppenwurden in denselben Überhaupt in Baracken und selten in Zelte unter-gebracht und zwar so, dass sie eine grössere Tiefe als Breite in derFronte hatten. Zwischen den Baracken oder Zelten und den Befestigun-