(5 Einleitung.
Archiven geschöpfter Nachrichten, aber nicht immer genau genug hinsichtlich derpolitischen und Kriegsumstände und der Ereignisse in Deutschland.
*65 Klopp: Tilly im 30jährigen Kriege, 2 B., Stuttgart, 1S61; — ein neuererkatholischer Schriftsteller Keym (s. unten) sagt, dass »Onno Klopp durch diesessein Werk der Geschichte der ersten Hälfte des 30jährigen Krieges einen wichtigenDienst geleistet hat, indem er mit seltener Einsicht die Grundsteine gelegt, aufwelche ein durables Gebäude aufgeführt werden kann; — indessen war die auf denHelden des Werkes hauptsächlich gerichtete Aufmerksamkeit die Ursache, dassnicht alle derzeitige Umstände bis zu seinem Tode in Erwägung gezogen worden undKlopp von vornherein alle Kriegscombinationen vermieden hat.« Daraus ist ersicht-lich , dass Klopp's Werk kein militärisches, sondern ein allgemeingeschichtlichesvon scharf ausgeprägtem politischen, besonders katholischen Charakter ist.
*66) Friedrich von Hurter: »Geschichte Kaiser Ferdinand's II.«, — »ZurGeschichte Wallensteins« (bis zum Jahre 1630) — »Die vier letzten Jahre Wallen-steins« und viele andere Schriften desselben Autors, die am Ende der 1850 er und zuAnfang der 1860 er Jahre als Erläuterung zur Geschichte des 30jährigen Krieges er-schienen sind. Nach dem Ausspruche desselben Keym hat Hurter durch dieseWerke und zu demselben Zwecke wohl am meisten geleistet. Das erste von den obenangeführten Werken, auch zugleich das umfangreichste, »Geschichte Kaiser Ferdi-nand's IL«, theilt umständlich alles mit, was nur Bemerkenswerthes im Staate vor-gekommen und besonders, was den Wiener Hof anbetrifft. Das zweite Werk,»Friedensbestrebungen Kaiser Ferdinand's IL«, wirft ein besonderes Licht auf dieUmstände, die den Prager Frieden bedungen haben. Im dritten und vierten Werkeüber Wallenstein giebt Hurter eine umständliche Uebersicht über Alles, was er inden österreichischen Archiven gefunden. Alle Werke Hurter's erhalten dadurcheinen grössern Werth, dass es ihm, in der Eigenschaft eines österreichischen Staats-Historiographen, erlaubt war, alle österreichischen Archive, sowohl das Staats-archiv, als auch die der österreichischen Erblande, die nach ihm allen andern For-schern verschlossen blieben, zu erforschen 1
67) Heising: Magdeburg nicht durch Tilly zerstört, und Bensen : Das Ver-hängniss Magdeburgs — zwei zur Freisprechung Tilly's von der ihm zur Last ge-legten Beschuldigung, Magdeburg zerstört zu haben, abgefasste Schriften (heraus-gegeben bis zum Jahre 1863j.
*68) Gfrörer : Gustav-Adolph, König von Schweden, und seine Zeit (auch biszum Jahre 1863 erschienen), enthält, nach Keym's Worten, reiches Material zurrichtigen (?) Beurtheilung dieses Helden des Protestantismus, aber — sagt Keym —oft dringt er nicht tief genug in die Veranlassungen und das Streben seines Heldenein und lässt sich bisweilen durch das hellstrahlende Licht blenden, welches, seitseiner Zeit (d. h. Gustav Adolph's) das Haupt desselben wie mit einer Glorie uin-giebt (!) — nach den Worten Keym's hat Klopp das Werk Gfrörer's einer ausgezeich-neten kritischen Analyse unterworfen (versteht sich von selbst, vom katholischenGesichtspunkte aus) und theilt ausserdem in seinen Werken auch ausgezeichnete (indemselben Sinne gehaltene) Abhandlungen über Gustav Adolph, aber nur bis zuseinem Erscheinen in Deutschland, mit.
*69) Förster: »Wallenstein«und »Wallenstein's Briefe« (eineSammlung eigen-händiger, nicht herausgegebener Briefe und ofhcieller Documente Wallenstein's anArnheim, Altringer, Gallas, Piccolomini, Tilly und den Kaiser Ferdinand IL), sehrwichtig hinsichtlich des reichhaltigen Materials aus Originalquellen, das der Forscherin diesen Ausgaben findet; aber — sagt Keym — dabei ist die persönliche An-