Kriege und Feldzüge Timur-Leng's oder Tauierlan's (1359—1405). 787
und der Geten (nach Einigen — Kalmücken , später — Usbeken) liefer-ten , das Alles hatte in frühen Jahren in Timur den Wunsch erzeugt,die entschwundene Grösse des ungeheuren Mongolen-Eeiches vonDshingis-Khan wieder herzustellen. Mit diesem beständigen Zielvor Augen nutzte er früh und geschickt die örtlichen Umstände aus.
In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts zerbröckelte das Khanatvon Dshagatai in mehrere unabhängige Besitzthümer. In dem nördlichenTheile desselben, von dem Quellengebiet des Irtysch und Obi bis zumTjanschan Gebirge, fern von den Residenzen der Khans von der GoldneuHorde und von Dshagatai, bildete sich ein besonderes Khanat, dessen Khanum die Mitte des 14. Jahrhunderts Togluk-Timur war, ein Nach-komme von Dshingiskkan. Der Khan Hasan von Dsbagatai (seit1332) machte durch seine Grausamkeit sich allgemein verhasst undwurde nach einer Schlacht der aufgestandenen Fürsten und Emire gegenihn im Jahre 1346 getödtet. Togluk-Timur, die in diesem Khanatvorgehenden Bürgerkriege benutzend, machte seine Ansprüche aufHasan's Thron geltend und ging mit einem starken Heere, in welchemsich viele spätere Usbeken befanden, im Jahre 1359 beiChodshend überden Syr-Darja und bemächtigte sich ohne grossen Widerstand des ge-sammten Landes zwischen Syr-Darja und Amu-Darja (Oxus). Aus Furchtvor seinem Heere wanderte einTheil der Herrscher aus den NachkommenDshingis-Khan's nach Chorasan und Afghanistan aus, ein andererTheil unterwarf sich Togluk-Timur. Unter den Letzteren befandsich auch Timur-Leng, welcher vorher seinen Vater verloren undnoch gar keine Bedeutung erlangt hatte. Er beschränkte sich jedochnicht darauf, sich zu unterwerfen, sondern begab sich mit bedeutendenSchätzen zu dem Heere Togluk-Timur's, entging durch reiche Ge-schenke der Plünderung und Verwüstung seiner eigenen und der Gebieteseiner Verbündeten, und es gelang ihm nicht allein zwischen den FeindenStreit zu entzünden, sondern sogar in den eigenen Besitzungen vonTogluk-Timur einen Aufstand zu erregen. Dies veranlasste denLetzteren, für seine Person in sein Khanat zurückzukehren und an seinerStatt seinen unerfahrenen Sohn Elias-Chodsha-Aglan und alsOberbefehlshaber einen gewissen Bikidshek zurückzulassen. Timur-Leng wurde wegen seiner scheinbaren Ergebenheit von Togluk-Timur in seiner Herrschaft bestätigt, erhielt den Befehl über ein Tumyn(ein 10000 Mann starkes Truppencorps) und das wichtige Amt einesVerwalters der Angelegenheiten (Ministers) bei Elias-Chodsha-Aglan. In dem von ihm befehligten Tumyn führte er strenge militäri-rische Disziplin ein.
Aber sein gutes Einvernehmen mit der Regierung Elias-Chodsha-Aglan's währte nicht lange, weil die Nachkommen Gulaga's, Baty's