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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Bemerkenswertheste Kriege und Feldzüge. 697

hergehenden D/2 hundertjährigen harten Zusammenfassungund Verwaltung des russischen Landes durch Johann III.,Wassilji III., besonders Johann IV., und danach durch BorisG 0 d u n 0 w. Am meisten Aehnlichkeit bietet dieser russische Krieg nochmit den Bürgerkriegen des Orients, in den asiatischen Monarchien, undin Europa im Alterthume in dem ungetheilten und später dem West-end Ost- römischen Reiche, besonders zur Zeit der Kaiser-Prätendenten,deren Zahl einmal ja bis auf 30 (die 30 Tyrannen) gestiegen war, undim Mittelalter vom 6. bis Anfang des 17. Jahrhunderts, auch mit den Bür-gerkriegen der russischen Fürsten seit Mitte des 11. bis zur Mitte des 15.Jahrhunderts. Weit weniger ähnlich ist er dagegen mit den Bürgerkriegender alten griechischen Bepubliken , wo gleichmässig regulär organisirteArmeen unter der Führung von gleich gebildeten und erfahrenen Feld-herren gegen einander kämpften (was auch bei den inneren Kriegender römischen Kaiser-Prätendenten der Fall war, welche immer aus derMitte der Anführer römischer Legionen oder Armeen hervorgingen).

Ganz anders bei dem Kriege in der Periode der Unruhen. Alles warhier, wie gesagt, eigenthümlich, aus vielen Ursachen und Bedingungen,nach Zeit. Ort, Umständen politischer und militärischer, physischer, ma-terieller und besonders moralischer Art.

Vor Allem ist das Kriegs-Theater in Betracht zu ziehen. Derdamalige moskauische Staat, der den offiziellen Namen Russlandführte, nahm in Europa und Asien den Länderraum zu beiden Seiten desUral-Gebirges in folgenden Grenzen ein:

Im Norden bis zum Finnischen Meerbusen und den Ufern desWeissen Meeres und des arktischen Ozeanes (die gewesenen Besitzun-gen Nowgorods: Oboneshskaja Pjatina, Korelja, Lopj, das Dwina-Land,Pomorje, Konda oder Klein-Perm, Petschora, Jugra).

Im Osten: jenseits des Ural im neueroberten Sibirien bis zu denFlüssen Irtysch und Obi, und westlich vom Ural Gross-Perm, Wjatkaund die Besitzungen der gewesenen Zarenreiche Kasan und Astrachanbis zum Kaspischen Meere.

Im S U d e n: bis zum Terek-Fluss und der Mündung des Don, undvon da über Bachmut, Isjum, Romny, Putiwl, Sossniza bis Tschernigow(die Don-Kasaken, deren Gebiet zu heiden Seiten des unteren Don lag,waren bis zu Boris Godunow die Verbündeten Russlands, von dieseman bis 1612 aber Feinde).

Im Westen: von Tschernigow über Smolensk, Welish, Uswjat.Newel, Sebjesh (Grenze gegenLithauen), Ostrow, Isborsk, Gdow (Grenzegegen Livland), Koporje, Orjäschek. Korelja oder Zarew-Gorod zumWest-Ufer des Ladoga-See's und entlang desselben in gerader Linie biszu den Küsten des Eismeeres (Grenze gegen Schweden und Finnland).