Bemerkenswertheste Kriege und Feldzüge. 631
das ihnen zugesagte Geld schicken werde; endlich gaben sie der Auf-forderung nach, bis dabin noch sich Roszinski zu unterwerfen. DerLetztere beeilte sich dem Könige zu schreiben, dass er zur Erhaltung derTruppen im Gehorsam so bald als möglich sie mit Geld befriedigenmöge, dass vielleicht auch Hoffnung sei Skopin selbst auf die Seite desKönigs zu bringen, und dass die Einwohner von Moskau blos auf dasErscheinen des Königs warteten, um sich ihm zu unterwerfen! Sigis-mund aber, dem keinen Glauben schenkend, rührte sich weder selbstvor Smolensk, noch schickte er Geld oder Truppen. Der dazu designirtePotozki wollte sich nicht vom König entfernen, verzögerte auf alleWeise sein Ausrücken nach Tuschino, schliesslich verweigerte die ihmbeigegebene Schljachta auf sein Anstiften das Abrücken. Roszinski,weder Geld noch Truppen vom Könige erhaltend, vor sich das uner-reichbare Moskau, das von einem an Kräften sehr überlegenen Heerebesetzt war, rechts den Prätendenten, welcher sich in Kaluga bedeutendverstärkt hatte und ihm alle Wege über Oka und Ugra verlegte, linksSkopin in Dmitrow, — und im Rücken Ismailow in Moshaisk aufdem Wege der Verbindung mit Smolensk, — befand sich jetzt in einerso gefährdeten und hoffnungslosen Lage, dass er einsah, es sei thörichtsich noch länger in Tuschino behaupten zu wollen. Deshalb entschlosser sich auf der einzigen noch offenen Wolokolamsker-Strasse nach demJoseph-Kloster abzurücken, wohin er am 5. März auch seine Kanonenvorausschickte und am 7. mit dem Heere selbst nachfolgte, nachdem erdas Tuschinoer Lager angezündet hatte. Die Röthe am Himmel vondieser Feuersbrunst zeigte Moskau die endliche Vernichtung dieses fürdie Stadt so furchtbaren Nestes von fremdländischen und russischenMissethätern an, welches 2 Jahre und 9 Monate die Stadt in beständigemSchrecken erhalten hatte. Einige der Tuschinoer folgten Roszinski,alle Uebrigen zogen nach Kaluga zum Usurpator, oder unterwarfen sichWassilji.
Skopin erreichte endlich das lange von ihm ersehnte Ziel, denMarsch noch Moskau, ohne den Zufälligkeiten eines entscheidendenKampfes ausgesetzt zu sein. Nachdem er sofort Walujew gegen dasJoseph-Kloster zur Beobachtung Roszinski's detachirt hatte, eilte erselbst mit der Hauptmacht nach Moskau, wo er am 12. März einzog.-Wassilji befahl den Bojaren und Wojewoden ihm zum Stadttbore ent-gegen zu gehen, die Einwohner aber zogen auf der Jaroslawer-Strasseaus dem Thore, boten ihm Brod und Salz an, fielen vor ihm mit demGesicht auf die Erde, hiessen ihn mit Thränen als den Retter des Vater-landes willkommen und verglichen ihn mit dem »Jüngling David,welcher für den unglücklichen Saul kämpfte«. Dieser Vergleich kränkteund erbitterte Wassilji, welcher ohnehin schon gegen Skopin wegen
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