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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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600 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

brachte. Delagardie schickte diesen unverweilt an Skopin, um diedurch So mm e angeknüpften Unterhandlungen zu Ende zu bringen. BeideTheile wünschten aufrichtig und gleichermaassen die kürzeste und besteBeendigung derselben. Bei dieser beiderseitigen Stimmung ging die Ange-legenheit so rasch vorwärts, dass Somme schon vor Olofson's Ankunftam 21. August mit Skopin einen neuen Vertrag abgeschlossen hatte,in welchem Delagardie sich verpflichtete, ungesäumt aus Torshoknach Koljasin zur Vereinigung mit Skopin zu marschiren, damit gleichnach seinem Eintreffen Vertrauens-Personen abgeschickt werden könntenzur Uebergabe von Korelja nebst Bezirk an die Schweden. Aber der dar-nach eintreffende Olofson erklärte, ausser der Bedingung der Ueber-gabe von Korelja, dass ohne Bezahlung der rückständigen Summe auDelagardie's Heer es unmöglich sei, dasselbe zu erneutem Kampfefür den Zaren Wassilji zu bewegen. Nun machte Skopin alle mög-lichen Anstrengungen dazu: er schickte an Delagardie 4000 Rubelund Hess aus Nowgorod ihm noch 2000 Rubel in Gold und für 5000 RubelZobel (im Ganzen 11000 Rubel = 36666 2 / 3 heutige Rubel) schicken, da-mit alle fremden Truppen, mit Ausnahme der Verwundeten und Kranken,zu ihm (Skopin) rücken sollten. Nachdem dieses Geld ausgezahlt war,rückte Delagardie, der sich schon in Krestzy befand, mit ihnen nachKoljasin, aber es waren ihrer nur noch 1200 Mann, die übrigen hattensich nach der schwedischen Grenze hin zerstreut. Uebrigens erwarteteDelagardie neue Verstärkungen aus Schweden und schickte Hörnnach Wyborg, um ihren Abgang zu beschleunigen.

Inzwischen hatte auch Was s ilj i sich in Folge der Verwendung vonBurjen, Franzbek und Skopin sich mit allen Bedingungen des Wy-borger Vertrages einverstanden erklärt, aus Wladimir noch 12000 Jeffi-mok (16800 Silber-Rubel heutigen Werthes), zur Auszahlung an Dela-gardie's Truppen geschickt, und an den Bischof, die Wojewoden undBewohner der Stadt Korelja den Befehl ertheilt, die Stadt zu räumen.

Nun fing Skopin an die Wiederaufnahme der durch alle diese Um-stände verzögerten Angriffs-Operationen vorzubereiten. Um aber mög-lichst viel von dem unter so grossen Schwierigkeiten von ihm zusam-mengebrachten Opoltschenje beisammen zu behalten, beschloss er aufDelagardie's Rath die langsame und vorsichtige Methode des PrinzenMoritz von Nassau in den Niederlanden anzunehmen, wenngleich dieUmstände dort und hier gänzlich verschiedene waren. Die Lage Moskau'sund des Reiches erheischte schnelle Hülfe und rasche entscheidendeSchläge, um so mehr, als Wassilji von nirgends her noch weitere Hülfein Aussicht hatte, und Skopin, wenn er im offenen Lande operirte, aufschnelle Erfolge hoffen konnte, deren Folge die Befreiung von Moskau,die Niederwerfung der Rebellen im Innern gewesen wäre, und durch