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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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598 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

der schwedischen Forderungen zu verhandeln. Zu gleicher Zeit und zumselben Zwecke sendete er die Rottmeister Burjen und Franzbek mitvier Gehülfen an Wassilj i nach Moskau.

Sapieha hatte indessen von verschiedenen Seiten her Nachrichterhalten, dass Skopin selbst nach der Vereinigung mit Wyscheslaw-zew und Sherebzow nicht über 20000 Mann stark sei, welche, mitAusnahme der 1000 Schweden Somme's und einiger nowgoroder undsmolensker Dienstthuer, aus schlechtbewaffneten und ungeordnetenBauernhaufen bestehen sollten. Da er ferner erwog, dass Skopin undDelagardie ihre Zerwürfnisse schlichten und von Neuem zusammenoperiren könnten, so hielt er für nützlich , dem durch eine sofortige Un-ternehmung gegen Skopin zuvor zu kommen. Zu dem Zwecke rückteer am 10. August mit Zborowski und einem starken Truppencorps,bei welchem allein an polnischer Cavallerie 12000 Mann waren, die Ka-saken ungerechnet, aus seinem Lager vor dem Troizko-Kloster ab. Am14. Oktober machten sie vor dem Kloster Rabow Halt. 20 Werst vonKoljasin. Als Skopin dies erfuhr, schickteer Golowin, Borjatinski,Walujew und Sherebzow mit einem Heerhaufen über die Wolga,um den Feind an den morastigen Ufern des Flüsschens Shabna aufzu-halten. Während drei Tagen geschah Nichts von Belang; am 18. Augustaber begann Sapieha mit allen seinen Truppen vorzurücken und rich-tete seine Anstrengungen darauf, die Shabna in dem Dorfe Nikolskoi zuüberschreiten. Die russischen Wojewoden benahmen sich geschickt: siehinderten den Uebergang des Feindes nicht, Messen einen Theil seinerKräfte über den Fluss gelangen, griffen diese dann nachdrücklich an.warfen sie in die Sümpfe am Fluss-Ufer und rieben sie gänzlich auf.Und als sie bemerkten, dass dies den Feind in Verwirrung brachte, riefensie Skopin herbei, um den Sieg zu vervollständigen. Er ging sogleichmit seinen übrigen Truppen über die Wolga und Shabna, schlug sichden ganzen Tag mit Sapieha und Zborowski hartnackig herum,brachte sie endlich am Abend zum Weichen, trieb sie bis Kabow-Klosterund kehrte dann nach Koljasin zurück.

Sapieha blieb vier Tage unthätig, keinen neuen Angriff wagendund doch sich schämend zurück zu gehen, um seine Niederlage nichteinzugestehen. Am 22. August brach unter seinen Truppen ein Aufstandaus in Folge des sich verbreitenden Gerüchtes, dass König Sigismunddie russische Grenze überschritten habe, um in seinem eigenen, nicht desPrätendenten, Interesse zu handeln. Das erregte grosse Unzufriedenheitbei den beutesüchtigen polnischen Jolnery, denn sie fürchteten diereichen Belohnungen zu verlieren, welche der Dienst des Prätendentenin Aussicht stellte. Sapieha, der ihre Neigung zu offenem Ungehor-sam erkannte, hielt nicht räthlich, noch länger so in Skopin'sNähe