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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Bemerkenswertheste Kriege und Feldzüge. 595

Aber die Bedrängung Moskau's dauerte noch fort in Folge der hart-näckigen Einschliessung von Kolomna durch Mlozki. Vergebens er-wartete diese Stadt ihre Befreiung von Prokopji Lj apunow, der mitden ihm ergebenen Rjäsanzern aus Perejaslawl-Rjäsanski ausgezogenwar und Pronsk, Mickailow und Saraisk vom Feinde gesäubert hatte.Als er sich Kolomna näherte, wurde er von Mlozki geschlagen und ge-zwungen auf den Entsatz von Kolomna zu verzichten. Bald jedoch zogMlozki, der vom Einzüge Skopin's in Twer und dem Heranziehen derKrym-Tataren an Kolomna gehört hatte und nicht länger vor dieserStadt zu verbleiben wagte, von selbst ab und ging am 17. Juli nach Ser-puchow. Somit war denn die Verbindung zwischen Moskau und Kolomnawieder hergestellt.

Eine Woche später erschien an der Oka in der Nähe von Kolomnain der That Kalga-Sult an mit 40000 Krym-Tataren und liess in Mos-kau anfragen, wohin er gehen solle. Wassilji befahl ihm auf Moskauzu ziehen. Da aber aus diesem Jahre weitere Nachrichten über dieseTataren nicht vorliegen, so ist anzunehmen, dass sie, ohne die Oka zuüberschreiten, zurKrym zurückgekehrt sind, nachdem sie auf jeden Falldurch ihre Bewegung auf Kolomna den Moskauern einen grossen Dienstgeleistet hatten.

Von noch grösserem Nutzen für Letztere war Skopin's Anmarsch.Der dadurch beunruhigte Prätendent, der sich vor Moskau nichtschwächen wollte, trug Sapieha eindringlich auf, Zboro wski zu ver-stärken, vor dem Hühnerstalle (dem Troizko-Kloster) nicht unnützZeit zu verlieren, da er ihn nach Besiegung Skopin's mit leichter Müheüberwältigen werde. Sapieha aber, der es wider seine Ehre hielt, vomKloster abzuziehen, ohne es genommen zu haben, machte Ausflüchte,zögerte, und endlich, als er selbst die Ueberzeugung gewonnen hatte,dass, um Erfolg bei der Belagerung des Klosters zu haben, er notwen-diger Weise Skopin aufhalten müsse, liess er dennoch seine Hauptkräftevor dem Kloster und rückte mit nur fünf Hussaren-Bannern, vier Pjati-gorsker und zwei Kasaken-Chorugwj gegen Skopin ab. Am 18. Juniaufbrechend, passirte er Dmitrow, und erfuhr am 20. an dem Ljutosma-Fluss, dass Skopin seine Richtung geändert habe.

Letzterer befand sich schon in Gorodno, 130 Werst von Moskau, alser plötzlich durch die Nachricht aufs Tiefste bekümmert wurde, dass diehinter ihm marschirenden fremden Truppen sich weigerten, ihm fernerzu folgen und zu helfen. Ungehalten darüber, dass er ihnen nicht erlaubthatte, den Sturm auf Twer fortzusetzen und Beute zu gewinnen, und vonböswilligen Menschen aufgereizt, hatten sie, — die Finnländer zuerst,dann auch die Deutschen und Franzosen, und schliesslich die Schwedenebenfalls —, sich empört, nachdem sie kaum einige Werst von Twer