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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Bemerkeuswertheste Kriege und Feldziige. 583

waren. Obschon die Winterszeit die Belagerung durch Sapieha hin-derte, so hatten die Belagerten dennoch Tag und Nacht keine Ruhe, unddie Mühseligkeit und Gefahr ihrer Lage vermehrte sich immer noch. Mitde* Eintritt des Winters hatte in Folge des engen Beisammenseins inKellern und Hütten, des schlechten Wassers und Mangels an Kornbrannt-wein und Obst sich ein ansteckender und tödtlicher Scorbut entwickelt,sodass schliesslich bis 100 Menschen täglich starben und man die Todtennirgends zu begraben vermochte. Und dabei hörten die Ausfälle fastkeinen Tag auf, und einige waren recht bedeutend. Der wichtigste er-folgte an einem Wintertage gegen die feindlichen Aufstellungen im Nor-den und Osten des Klosters. Unter dem Schutze eines dichten Nebelsging ein Theil der Belagerten, Fussvolk, gegen den Bergteich auf dieStellung der russischen Rebellen nahe dem Slushnja-Weiler vor. einanderer, Reiterei, gegen die Posten in der Mischutiner Schlucht und amBlagowjäschtschensker Walde. Die Letzteren wurden vertrieben undvom Krassnaja-Berge bis zum Klementjewer Teiche gedrängt. Der Feinderhielt Verstärkungen und trieb den Ausfall zurück, aber auch dieserwurde unterstützt und jagte die Polen bis zum Klementjewer Teicheentschieden zurück. Auf der andern Seite des Klosters unterstützte Lis-sowski die russischen Rebellen durch Kasaken und zwang die Bela-gerten im Graben an der Mauer Schutz zu suchen. Die Wojewodensendeten ein berittenes Corps unter Führung von 22 Mönchen gegenLissowski; auch ein Theil der berittenen Ratniki vom Krassnaja-Berge dirigirte sich hierher, ein anderer Theil setzte sich auf dem Bergeund in der Glinjany-Schlucht fest. Lissowski wartete den Angriffnicht ab. sondern zog sich, nicht ohne Verlust, hinter die Mühle, denTerentjewschen Hain und den Wolkuscha-Berg zurück, als er aber Sa-pieha mit seinen Truppen über das Klementjewsche Feld nach demKrassnaja-Berge rücken sah, warf er sieh ebendahin in die Flanke derdort stehenden Kloster-Ratniki und drängte sie zum Piwnoi-Hofe, wo siesich hartnäckig behaupteten. Da Lissowski keine Möglichkeit sah.sie hier zu vertreiben, so wendete er sich gegen den Haufen in der Glin-jany-Schlucht. Aber der diese Abtheilung befehligende KlosterdienerPinien Tenjenjew wehrte Lissowski tapfer ab, welcher, einen Hin-terhalt fürchtend, nicht stärker zu drängen wagte , sodass T e nj e nj e wsich zurückzuziehen begann und in der Kossom-Schlucht Deckung suchte.Als Lissowski nachsetzte, verwundete Tenjenj ew ihn durch einenSchussin die linke Schläfe, Lissowski stürzte vom Pferde, und seine inSchrecken gerathenen Ratniki brachten ihn eiligst in das Lager Sa-pieha's. Das ganze Klemeutjew'sche Feld war mit zurückweichendenFeinden bedeckt, aber die polnischen Wojewoden Fürst Gorski, Tysck-ke witsch und Suma bewogen Viele wieder in den Kampf zurück zu

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