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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Bemerkenswertheste Kriege und Feldziige. 573

einschliessen, bedrängen und zur Uebergabe zwingen zu können. Nurvon Nowgorod her, wo Skopin ein Heer sammelte, erblickte er für sichnoch einige Gefahr, er beschloss daher diese Stadt zu nehmen und dassich daselbst sammelnde Heer zu zerstreuen. Die Ausführung übertruger dem polnischen Oberst Kernosizki mit 2000 Polen und 4000 russi-schen Verräthern aus Tuschino.

Kernosizki bemächtigte sich auf dem Wege nach Nowgorod un-gehindert der Städte Twer und Torshok, dann rückte er weiter. Skopinbeschloss, auf die Kunde hiervon, ein starkes Corps nach Bronnizy zuschicken, um Jenem den Uebergang über den Msta zu wehren. DerOkolnitsch Tatischtschew erbot sich selbst zum Führer dieses Corps,aber man hatte ihn im Verdacht, dass er Verrätherei im Schilde führeund Kernosizki zur Einnahme von Nowgorod behül'flich sein werde.Skopin war unvorsichtig genug, dem Tatischtschew diesen Ver-dacht vor versammeltem ganzem Heere auszusprechen, und die erbit-terten Ratuiki brachten ihn um. Das hatte sehr üble Folgen: eine MengeDworjanen, welche für ihre Personen in der Angeberei und der Eigen-mächtigkeit der Truppen Gefahr erblickten, verliessen Nowgorod undsuchten in Kernosizki's Lager Zuflucht; es wurde kein Corps nachBronnizy gesendet, und Kernosizki rückte unaufgehalten gegen Now-gorod vor, stellte sich beim Chutinski-Kloster auf, schloss die Stadt einund begann die Umgegend zu verwüsten.

Skopin befand sich in gefährlicher Lage: es schien ebenso be-denklich und gefährlich für ihn, den Feind so nahe bei der Stadt zudulden, welche mit zügellosem Pöbel bevölkert war, als mit einem nochnumerisch schwachen und undisziplinirten Heere gegen Kernosizki zuziehen. Zum Glück erhoben sich die Bewohner der Waldungen aus derObonesher Pjatinja, Männer von einfachen Sitten und noch nicht ange-steckt von dem allgemeinen Geiste der Empörung, als sie von der Gefahrhörten, welche Nowgorod bedrohte, zur Errettung der Stadt und schicktenzwei, wenn auch an Zahl schwache Heerhaufen, den einen 1000 Mannstark unter Befehl von Gorichwostow aus Tichwin, und hinterdreinden andern aus den Onega-Kirchspielen. Als Gorichwostow in Gru-sino ankam, ergriff der Feind einige von seinen Leuten, welche aufKernosizki's Frage nach der Stärke des heranziehenden Haufens ein-fältig und ohne Arglist erzählten, dass ihrer sehr Viele seien und nochweit mehr nachkämen. Kernosizki glaubte ihnen und wagte nicht vorNowgorod stehen zu bleiben, ging eilends über den Msta und Lowat zu-rück und besetzte Staraja Russa.

Indessen hatte die Befreiung von Nowgorod doch wenig an dertraurigen Lage des Reiches geändert, in welchem nur Moskau. Kolomna.Perejaslawl-Rjäsanski, Kasan, Nishni-Nowgorod, Smolensk, Nowgorod