536 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.
weiteren entscheidenden Unternehmungen schickte Wassilji, um russi-sches Blut zu schonen, noch zu Bolotnikow, Hess ihn zur Unterwerfungauffordern und versprach ihm grosse Gnade. Bolotnikow antwortete,er hahe geschworen nicht seines Lebens zu schonen zur Erreichung seinesZieles, und er könne seinen Eid nicht brechen. Nun rückten am 23. De-zember beide Seh uiski, Iwan undSkopin, nach Kolomenski. Bolot-nikow zog ihnen entgegen, und bei dem DorfeKotlow entspann sich einerbitterter und hartnäckiger Kampf. Gleich zu Anfang desselben legtePaschkow mit allen bei Bolotnikow befindlichen Dworjanen und Bo-jaren-Kindern die Waffen nieder. Die bei Bolotnikow verbleibendenLeibeigenen, Bauern und Kasaken wehrten sich verzweifelt, wurden aberaufs Haupt geschlagen und flohen unter bedeutendem Verluste anTodtenund Gefangenen mit Bolotnikow nach Serpuchow. Die Kasaken hattenmit ihrem Ataman Bessubzow sich in dem von ihnen befestigten DorfeSaborj e festgesetzt, ergaben sich jedoch ohne Kampf beim Herannahen derzarischen Wojewoden. Bolotnikow, in Serpuchow von den Bewoh-nern nicht eingelassen, war gezwungen über die Oka zu gehen und inKaluga mit 10000 bei ihm verbliebenen Kebellen eine Zuflucht zu suchen,die Uebrigen besetzten Tula.
Ueber diese gewaltige Niederlage der Empörer hoch erfreut, befahlWassil j i den Sieg im ganzen Reiche mit Gebeten und 3tägigem Glocken-lauten zu feiern; Skopin-Schuiski und Kolytschew ernannte erzu Bojaren, Poltew zum Raths-Bojaren, und die mit Paschkow sichergebenden Gutsbesitzer und Kasaken Bessubzow's begnadigte er.Alle aber im Kampfe Gefangenen wurden ertränkt.
.Leider beschränkte Wassilji, auf den Schlag bauend, welchenBolotnikow erlitten, und wahrscheinlich nicht wünschend sein Heerdurch einen Winter-Feldzug zu erschöpfen, sich darauf, Corps über dieOka zu senden: den Raths-Dworjan Ismailow nach Koselsk, — denFürsten Nikita Chowanski nach Kaluga, — den Bojaren Fürst Wo-rotynski nach Alexina, — den Fürst Chilkow nach Wjänew, — undden Fürst Iwan Chowanski nach Michailow. Ein sechstes Corps desFürsten Iwan Schuiski sollte in Serpuchow bleiben zur Unterstützungder fünf übrigen. Zugleich damit erhielten die Wojewoden GregorPuschkin und Sergjei Adadurow Befehl, mit den Dienstpflichtigenvon Susdal, Wladimir und Murom zur Säuberung von Nishni-Nowgorodund Beruhigung der Mordwa abzurücken, und der Bojar Feodor Iwano-witsch Scheremetj ef sollte mit dem Ratj aus der Niederung Astra-chan zu unterwerfen suchen.
Bolotnikow war entschlossen, sich in Kaluga hartnäckig zu be-haupten , er Hess es daher mit einer Verpfählung und doppeltem Grabenumgeben und traf ausserdem alle Anordnungen zu nachdrücklichster