Bemerkenswertheste Kriege und Feldzüge. • 535
Wolokolamsk. Letzterer vertrieb die Empörer aus Wolokolamsk und ausdem Joseph-Kloster, und vereinigte sich mit Mesezki und Poltew inMoshaisk. Hier hatten diese nun schon ein ziemlich starkes Ratj (Heer),welches Wassilji am 29. November nach Moskau kommen Hess.
Während solchergestalt die zarische Seite erstarkte, schwächte sichdagegen die der Rebellen. In ihrem Kolomensker Lager brach Uneinig-keit aus: Sumbulow, Ljapunow, Paschkow und die bei ihnen be-findlichen Dworjanen und Bojaren-Kinder verabscheuten die Unthatender Horden Bolotnikow's und den Zwang, sich Letzterem zu unter-werfen, dessen Handlungen deutlich auf eine Abschaffung der Rechte undFreiheiten der Gutsbesitzer und auf die Vernichtung der höheren Ständeim Staate abzielten. Paschkow schwankte, Ljapunow aber, ehr-geizig, aber verständig, energisch, sein Vaterland wahrhaft liebend, unddas Vertrauen der Rjäsanzer besitzend, überredete sie, dass es bessersei den moskauischen Zaren W a s silj i anzuerkennen, als mit B o 1 o t n i-ko w an der Verwüstung des Vaterlandes theilzunehmen. In Folge dessenbrach er am 15. November nach Moskau auf, nicht allein mit Sumbu-low und allen Rjäsanzem, sondern auch mit den in Kolomna ergriffe-nen Strelitzen. Wassilji nahm sie mit Freuden auf. verzieh ihnengrossmüthig und begnadigte sie. Und diese Milde führte ihm weitereUeberläufer aus dem Kolomensker Lager zu.
Die veränderte Sachlage veranlasste Bolotnikow seine zuwartendeHaltung gleichfalls aufzugeben, besonders um das Eintreffen Kolyt-schew's, Mesezki's und Poltew's in Moskau zu verhindern. Am26. November schickte er die Hälfte seines Heeres über die Moskwa, umdas bei der Stadt gelegene Dorf Gonnaja Rogoshskaja anzugreifen. Ver-geblich suchte dieser Heerhaufe das Simonowsche Kloster zur Uebergabezu bewegen: die darin befindlichen moskauischen Ratniki und sogar dieMönche mit den Waffen in der Hand vertrieben die Rebellen. Inzwischenwaren die aus Moskau zum Schutz des Rogoshskaja Dorfes entsendetenTruppen den Aufrührern selber entgegen gerückt und griffen sie 1 Werstvon dem Dorfe an, drängten sie über den Fluss zurück und nahmen Vielegefangen. Drei Tage später, am 29. November, trafen Kolytschew,Mesezki und Poltew in Moskau ein, lagerten bei dem DjäwitschenKloster und unterstellten ihre Truppen dem Commando des Fürsten IwanSchuiski.
Zur selben Zeit rückten auch die moskauischen Sidj äl zy (Besatzungvon Moskau) ins Feld und bezogen ein Lager beim Danilow-Kloster.Wassilji ernannte Skopin-Schuiski, welcher sich schon an derLopasna ausgezeichnet hatte , zu ihrem Anführer. Die ausgezeichnetenEigenschaften des Geistes und Herzens dieses 20jährigen Jünglings er-warben dieser Wahl und seiner Ernennung den allgemeinen Beifall. Vor
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