Bemerkenswertheste Kriege und Feldzüge. 533
überall das gemeine Volk zum Aufstande, stiftete die Bauern und Leib-eigenen gegen ihre Herren, — Alle gegen die Kauf leute, Handeltreiben-den und Reichen auf, und erweckte überall Hang zu Raub und Mord. Diedadurch angelockten und ganz verdreht gewordenen Haufen strömten ihmvon allen Seiten zu und kennzeichneten seinen Weg nach Moskau durchdie furchtbarsten Gräuelthaten, von denen Nichts verschont blieb. Baldwaren 20 Städte und 1 Kloster (Joseph Wolokolamski) ein Opfer derRäuberhorden Bolotnikow's geworden, und nur Smolensk, Dorogo-bush, und Serpeisk erhielten sich in Pflicht und Gehorsam: Erstereswurde durch die dem Wassilji treuen Strelitzen und den in der Stadtcommandirenden Fürsten Iwan Semeno witsch Kurakin behauptet.
Auch nach Osten dehnte sich der Aufstand aus, in die Districte Arza-mass und Alatyr, wo die Mordwa und gleichzeitig die höfischen Leute(Hen - en-Diener) und die Bauern wütheten, und weiter bis Nishni-Nowgo-roddrang er. dessenBewohner jedochWassiljitreublieben. InSwjäshskaber rief man Demetrius aus, und der Pöbel begann sogar jenseits derWolga in der Provinz Wjätsk sieh zu regen. Der in Astrachan comman-dirende Okolnitsch Fürst Chworostinin knüpfte, gleichgesinnt, mitSchachowski Verbindungen an, und auch Astrachan erklärte sich fürDemetrius.
Wassilj i, niedergeschlagen über die Nachricht von der Flucht derWojewoden vor Kromy undJelez, aber noch unbekannt mit der That-sache, dass die Regimenter fast nicht mehr existirten, schickte schleunigstzu deren Unterstützung aus Moskau ein neues Heer unter seinem BruderIwan Schuiski mit dem Befehle ab, im Verein mit Borjatinskiund Trubezkoi die Aufruhrer zurück zu werfen. Noch zwei andreCorps wurden entsendet, das eine unter dem Bojaren Fürsten Kolzow-Mossalski nach Serpuchow, das andre unter Fürst Mesezki nachKaschira; aber die Einwohner letzterer Stadt, welche sich bereits denAufständischen ergeben hatten. Hessen Mesezki nicht ein. Schuiskischlug zwar am 23. September bei der Mündung der Ugra in die Okaeinen Heerhaufen der Aufiührer, nachdem aber das äusserst schwacheHeer Borj atinski's und Trubezkoi's sich mit ihm vereint hatte,erachtete er es für unmöglich das verrätherische Kaluga zu belagern, jaselbst in diesem Lande zu bleiben, und zog sich nach Moskau zurück.
Bald danach überschritt Bolotnikow, verstärkt durch die aufstän-dischen Corps Pasckow's und der Rjäsanzer, die Oka und rückte aufKolomna. Diese von einer Abtheilung moskauischer Strelitzen verthei-digte Stadt wurde mit Sturm genommen und ausgeplündert. Die gefan-genen Strelitzen mit sich vereinigend, marschirte Bolotnikow nachMoskau. Wassilji sammelte in Moskau soviel Ratniki als möglich undschickte sie in 2 Richtungen aus: einen Haufen unter Befehl seines 20jäh-
Qalitzin, AUgem. Kriegsgeschichte II. 2. 35