Druckschrift 
Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
Entstehung
Seite
532
Einzelbild herunterladen
 

532 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

zwar: Jurji Mnischek mit seiner Tochter Marina, Sohn, Bruder undNeffen, Wischnewezki, Dworskizki, Zaporski, die FamilieTarly, Stadnizki's, Njämojewski, Wolsky und Korytkonach Jaroslawl, Kostroma, Twer und Rostow. Ausserdem schickte erden Krutizker Metropolitan Pafnutji in die Sjäversker Provinz, undden Bojaren Gregorji Nagai nach Jelez, den Aufständischen ins Ge-wissen zu reden, aber diese wollten sie nicht hören und verschlossensich hartnäckig gegen die Wahrheit.

Nun blieb Nichts übrig, als zu den Waffen zu greifen. Zum Unglückaber und fast wie absichtlich begriffen die zarischen Wojewoden garnicht wie wichtig und nothwendig es war, gleich von vornherein mit ver-einten Kräften, rasch und entschieden zu handeln, um mit einem Schlagedie Aufständischen zu zersprengen und weiteres Elend abzuwehren. ImGregentheil zertheilten sie statt dessen ihre Kräfte und näherten sich denAufständischen gerade mit ihrem schwächsten Theile: WorotynskiHess eins der 3 Regimenter des Heeres in Orel zurück unter Befehl desFürsten Borjatinski, er selbst blokirte mit den beiden andern, welchedie Hauptmacht bildeten, Jelez (östlich von Orel) nach erfolgreichemKampfe mit den Bewohnern, welche ihn nicht in ihre Stadt lassen woll-ten; Trubezkoi belagerte mit 5000 Mann Kromy (südöstlich vonOrel).

Bolotnikow profitirte von diesem Fehler: mit \ 2000 zu Putiwl ge-sammelten bewaffneten Aufrührern rückte er rasch nach Kromy, schlugdaselbst Trubezkoi aufs Haupt und warf ihn auf Orel zurück. Das hattetraurige Folgen: Borjatinski's und Trubezkoi's Truppen, welchebei den Einwohnern von Orel und den andern ukrainischen Städten dieentschiedene Anhänglichkeit zum gewesenen Prätendenten sahen, verlorenso sehr den Muth, dass die nowgoroder, pskower, welikoluzkier, toropezer.und von jenseits Moskau gekommenen Ratniki ihre Fahnen verliessen undnach Hause gingen. Die hierdurch geschwächten Wojewoden, sahen sichgenöthigt nach Kaluga zurückzugehen. Worotynski, als er hörte, wassich vor Kromy und Orel zugetragen, beunruhigte sich gleichfalls, hobdie Belagerung von Jelez auf und marschirte nach Moskau. Aber dasBeispiel der Ratniki von Borjatinski und Trubezkoi hatte so sehrauch auf sein Heer gewirkt, dass auch dieses grösstentheils aus einanderlief. Kurzum, das zarische Heer schmolz zusammen und verschwand undin den von demselben entblössten Provinzen breitete sich überall derAufruhr aus. Viele Städte fielen von Wassilji ab, darunter Rjäsan,wo die Wojewoden Sumbulow und der Dworjanin Prokopji Ljapu-now, und Tula, Wjänew, und Kaschira, wo ein Bojaren-Sohn aus Epi-fan, Istoma Paschkow, sich erhoben.

Während dessen rückte Bolotnikow gegen Moskau vor, reizte