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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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518 III- Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

Gnade zu bezeichnen, Hess die Beiden frei, und zog am 21. Oktober inMuromsk ein.

Die Nachricht von seinem Ueberschreiten der russischen Grenzenerregte überall in Russland die Gemüther und beunruhigte Godunow.Er befahl, dass bei Brjansk ein Heer zusammengezogen werde, abernicht ein grosses von 5 oder 6 Regimentern, sondern nur von 3, entwederweil er die Wichtigkeit der Situation noch nicht erkannt hatte, oder,was wahrscheinlicher, weil er noch nicht zu den äussersten Mittelngreifen wollte. Bei dem bei Brjansk versammelten Heere befanden sichdie Wojewoden: beim grossen Regiment Fürst Dimitrji Iwano-witsch Schuiski, als sein Gehülfe Fürst Kaschin, beim Avant-garden-Regiment Iwan Iwanowitsch Godunow und Fürst Ture-nin, beim Wacht-Regiment der Bojar Michael GljäbowitschSaltykow und Fürst Swenigorodski. Ausserdem wurden in dieGrenzstädte entsendet: nach Putiwl Michael MichailowitschSaltykow und der Belagerungs-Wojewode FürstMossalski-Rubez,und nach Tschernigow der Bojar Fürst Nikita RomanowitschTrubezkoi, der Okolnitsch Peter FeodorowitschBassmanowund der Häuptling (Golowa) Andreas Wojeikow, doch vermochtendie 3 Letzteren ihren Bestimmungs-Ort nicht mehr zu erreichen.

Inzwischen war der Prätendent, nach Zurücklassung eines Truppen-Corps in Murom als Besatzung, am 22. Oktober am rechten Desna-Uferhinaufgezogen und stand am 25. in einem Lager 7 Werst von Tscherni-gow, seine aus 2000 Kasaken bestehende Avantgarde hatte Tschernigowselbst erreicht, welches eine feste Burg und eine ausreichende Zahl vonGeschützen besass. Die Bewohner vertheidigten sich anfänglich undtödteten viele Kasaken, als sie aber erfuhren, dass Muromsk sich frei-willig ergeben habe, beschlossen sie dasselbe zu thun. Der in der Stadtconrmandirende Fürst Tatj ew hoffte sich in der Burg mit 300 Strelitzenund 20 Geschützen behaupten zu können. Das Volk aber mit den Ka-saken stürzte sich auf die Burg, die Strelitzen, von ihrem Beispiel ver-leitet, öffneten die Thore und lieferten Tatjew aus, welcher gleich demzu den Kasaken geschickten Chruschtschow (s. oben) in den Dienstdes Usurpators trat und der treueste von seinen Gefährten wurde. DieKasaken begannen die Stadt zu plündern, und obgleich Demetrius zweipolnische Herren (Panj) schickte, um der Plünderung Einhalt zu thun, undam andern Tage selbst nach Tschernigow kam und das Geraubte zurück-zuerstatten befahl, so gelang es den Kasaken doch einen Theil ihrerBeute zu verstecken.

In Tschernigow verweilte der Prätendent einige Zeit, um den Trup-pen Ruhe zu geben, von denen die Schljachta hauptsächlich über Mangelan Geld, Kleidung und Lebensmitteln klagte. Der Prätendent zahlte