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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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482 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

er ja eigentlich den Krieg führte. Bathori und mit ihm einige Woje-woden wünschten direkt auf Nowgorod zu gehen, doch die Besorgnisshinter sich im Rücken eine so feste Stadt zu lassen, wie Pskow, in wel-cher grosse Streitkräfte und Mittel des Gegners concentrirt waren, be-wog sie, sich der Majorität anzuschliessen und auf Pskow zu gehen.

Unterwegs berührte Bathori Ostrowa, dessen Steinmauern demheftigen Feuer von Bathori's Artillerie nicht widerstanden, die Fe-stung ergab sich.

Am26. August traf Bathori vor Pskow vonSüden her ein, auf demrechten Ufer der Welikaja.

§. 193.Belagerung von Pskow (158182).

Pskow war zu dieser Zeit sowohl seiner Lage nach, als durch seineBefestigung ein ausserordentlich starker Platz.

Es lag auf dem rechten überhöhenden Ufer der Welikaja und zubeiden Seiten von deren rechtem Nebenflüsse Pskowa, an der Einmün-dung desselben. Sein Marktplatz, 434,496 Quadratsashen gross, hattedie Form eines Bogens, wozu das rechte Ufer der Welikaja der Grundwar, das sich 58 Sashen darüber erhöhte, steil zu ihr abfiel, und nachOsten hin leicht abgedacht war. Das Terrain jenseits der Welikaja undPskowa und östlich und südlich der Stadt war niedrig, flach, sodassPskow von allen 4 Seiten der Umgegend aus sich auf einem hohen Bergeliegend zeigte*).

Es bestand aus 5 Theilen, von denen 4 neben einander von Südnach Nord längs der Welikaja lagen, nämlich: 1) der Kreml, dieHaupt-Festung, der nördliche und höchste Theil der Stadt zwischen derWelikaja und der Mündung der Pskowa, 2) die DowmontowerFestung, 3) die mittlere Stadt,4) die grosse Stadt, zumeistimSüden gelegen; der ö.TheilZapskowj e lag jenseits der unterenPskowa und war mit der mittleren Stadt durch eine Brücke verbunden.Im Kreml lagen die Kirchen: der Dom des heiligen Troizki, das Haupt-Heiligthum von Pskow, und die Epiphanien-Kirche; in der Dow-montower-Festung 9 Kirchen, in der mittleren Stadt 17, in der grossenStadt 26 Kirchen und 1 Kloster, und in derZapskowje 7 Kirchen und4 Klöster, im Ganzen 61 Kirchen und 4 Klöster; in der Zawe-litschje (jenseits der Welikaja) 5 Kirchen und 7 Klöster, im Innernund ausserhalb der Stadt also zusammen 70 Kirchen und 8 Klöster.

*) Der beigegebene Plan ist die genaue auf Vie verkleinerte Copie einer Dar-stellung von Pskow in den Jahren 158182 auf einem alten Bilde von Maria Kei-nigung, das nach der Belagerung (wann unbekannt) gefertigt, am 6. September1784 erneuert worden ist und sich jetzt in der Kapelle von Christi Kreuz 3 Werstvon Pskow an der Poststrasse nach Isborsk befindet.