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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Bemerkenswertheste Kriege und Feldzüge. 443

nncl Wolga sich am meisten nähern) und Pronski schickte Wjasemskiund Tschulkow mit Bojaren-Kindern und Kasaken auf Recognoscirungvoraus. Oberhalb der schwarzen Insel stiessen diese auf einige astra-cliansche Ssotnien, schlugen sie so, dass von Jenen keiner entkam, underfuhren von den Gefangenen, dass Jamgurtscheiö Werst unterhalbAstrachan mit nur wenigen Truppen stehe, dass alle anderen Truppenauf den Wolga-Inseln zerstreut seien. In Folge dessen näherte sichPronski, nach Zurücklassung der grossen Schiffe, auf den kleinerender Stadt Astrachan, während er Wjasemski noch weiter gegen dasLager Jamgurtschei's entsendete. Am 2. Juli kam er in Astrachanan, landete an 2 Stellen, setzte sich direkt gegen die Festung in Marschund nahm sie ohne Schwertstreich, denn die Vertheidiger liefen ohneWeiteres davon. Wjasemski fand in Jamgurtschei's Lager vieleGewehre und Geschütze, aber kein Heer: Jamgurtschei war nachAsow geflohen, und hatte seine Frau und Kinder auf Schiffen zum Meeregesendet; diese wurden ergriffen, Jamgurtschei selbst war nicht zuerreichen. Dagegen geriethen auch die bei ihm gewesenen und entflohenenAstrachanzer in die Hände der Russen, die einen Theil derselben nieder-machten und die übrigen gefangen nahmen, wobei zugleich eine Mengerussischer Gefangener befreit wurden. Die andern Astrachanzer batenum Gnade und erklärten ihre Unterwerfung unter Johann und Der-by seh. Die Wojewoden gingen darauf ein, unter der Bedingung, dasssämmtliche russische Gefangenen ohne Ausnahme frei gelassen würden,und führten den bei ihnen anwesenden Derbysch-Alej als Zaren inAstrachan ein, indem sie ihn schwören Hessen, jährlich an Johann40000 Altynen und 3000 Fische zu zahlen und den russischen Fischernden zollfreien Fischfang in der Wolga von Kasan bis zum Meere zu er-lauben. Diese Bedingungen wurden durch schriftliche Urkunde bestätigt,der Dworjan Turgenjew mit den Kasaken bei Derby seh zurückge-lassen ; und nach Freilassung aller russischen Gefangenen, aber unterMitnahme der gefangenen Astrachanzen sowie der Zariza mit den Kin-dern, kehrten die Wojewoden nun nach Moskau zurück.

Im Februar des nächsten Jahres 1555 gelangte nach Moskau dieMeldung, dass Ismail seinen Bruder Jussuf ermordet, dessen Kinderaus der Nogaien-Orda verjagt habe, und mit dieser ganzen Horde fürimmer Johann treu zu sein verspreche, nur freien Handel in Moskau,Kasan und Astrachan und die Sendung von Strelitzen und Kasaken andie Wolga erbitte, zu seinem Schutze, für den Fall, dass Jus suf'sKinder ihn angreifen würden. Johann entsendete sofort den Strelitzen-Häuptling Kaftyref mit den Strelitzen, und den Ataman Pawlow mitden Kasaken zur Wolga. Ismail aber, und besonders Derbysch warenin schwieriger Lage, der Erstere aus Furcht vor Jus suf's Kindern, der