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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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442 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

klärt, dass l)Jamgurtschei zuerst die Stirn vor Johann geschlagendann aber ihn verrathen habe, 2) dass der heilige Wladimir Astrachan,welches zu jener Zeit noch Tmutarakanj hiess, seinem Sohne Mstislawgegeben habe, dass daselbst eine Kirche im Namen der Mutter Gotteserbaut worden sei und hier christliche Herrscher, die Nachkommen desheiligen Wladimir, residirt haben, denen dann Tmutarakanj durchdie Mongolen entrissen worden sei.

Astrachan (in unsern Chroniken Astorokanj), das alte unddurch seinen Handel berühmte Atelj, Itilj oder Balangiar derCha-zaren, dann Sumerkent der kaukasischen Alanen, und zu des heiligenWladimir Zeiten bis zum 13. Jahrhundert hin Tmutarakanj, an derWolga 140150 Werst von deren Mündungen und 6070 Werst vondem heutigen Astrachan entfernt gelegen, war um die Mitte des 16. Jahr-hunderts die Kesidenz der tatarischen Khans nogaiischen Stammes,welche an der unteren Wolga über die Trümmer der Goldenen Hordenach deren Untergange herrschten. Reich durch den Handel mit demnördlichen Europa vermittelst der Wasserwege aus dem Kaspischen zumBaltischen Meere, aber unkriegerisch und schwach, wurde die astra-chansche Horde bald durch die Nogaien, oder Krymzer, bald durch Don-Kasaken, oder kaukasische Tscherkessen bedroht und verheert, undsuchte nicht selten Schutz und Bündniss von Eussland. So war es auchmit Jamgurtschei, welcher zuerst sogar hatte Johann den Eidschwören wollen, dann aber sich auf die Seite Dewlet-Ghirei's (vonderKrym), Jussuf's (der Nogaien) und Suleiman's (Türkei) neigte.Gegen ihn wurde auch im Jahre 1544 der Zug des russischen Heeres zuWasser auf der Wolga, unter Mitwirkung Ismail' s auf dem Lande be-schlossen. Auf die Vorstellungen, namentlich von A das ch ew, erkanntenJohann und die Duma der Bojaren, mit Recht, dass die Eroberung vonAstrachan sehr zweckmässig für den Schutz und die Ausdehnung derSüdost-Grenzen von Russland bis zum Kaspischen Meere, ausserdem nichtbesonders schwierig sei, der oben geschilderten Gründe wegen, sowie inFolge der zu gewärtigenden Mithülfe der Don-Kasaken, welche Johannzu ^dieser Zeit schon besonders in Schutz nahm und begünstigte. DenAnlass und Vorwand zuf dem Feldzuge gab die Einkerkerung des mos-kauischen Gesandten in Astrachan.

Im Frühjahr 1554, nach Aufgang der Wolga, setzte sich also einHeer von 30000 Mann auserlesener russischer Truppen (zarische Dwor-janen, Shilzen, die Besten von den Bojaren-Kindern-, Strelitzen und Ka-saken)'auf Schiffen, unter Befehl des Fürsten Jurji IwanowitschPronski-Schemjakin, und aus Wjatka auf den Flüssen Wjatka,Kama und Wolga das Wjatkaer Heer unter Fürst Alexander Wja-semski in Bewegung. Am 29. Juni wurde Perewoloki erreicht (wo Don