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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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438 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

Ausführung. Die grösste Ehre davon fällt von Rechtswegen den erfah-renen und verdienstvollen Wojewoden zu, welche die Truppen befehlig-ten und durch ihre Eathschläge den im Kriegswesen noch unerfahrenen,wenn auch viel Muth und Festigkeit zeigenden, 22jährigen Johannleiteten, besonders seinem nächsten Eathgeber Adaschew, und nächstdiesem Worotynski, Mstislawski, Gorbaty-Schuiski, Se-rebrjany - Obolenski, Mikulinski, Pronski, den beidenKurbski, und vielen Anderen. Nicht mindere Ehre gebührt aber auchden betheiligten russischen Truppen, wegen ihrer ausserordentlichen Tap-ferkeit in den Kämpfen und besonders wegen ihres Muthes, ihrer Festig-keit und Ausdauer in Ueberwindung aller Hindernisse und Strapazen,unglaublicher Mühen und Entbehrungen, und der Ungunst der Witterung.

Die Belagerung selbst ist hauptsächlich dadurch bemerkenswert!!,dass sie das erste Beispiel einer regelmässigen Belagerung durchrussische Truppen ist, und einer regelmässigen Verwendung undThätigkeit der Infanterie, Reiterei und namentlich der Artillerie undIngenieur-Kunst. Und mit Hecht sagt Karamsin, dass die Belagerungvon Kasan nebst der Schlacht von Kulikowo bis auf den heutigen Tagim Volksbewusstsein leben als die berühmtesten Kriegsthaten der altenrussischen Geschichte.

Kasan war genommen, aber es blieb noch die wilde und kriege-rische Bevölkerung der kasanschen Provinz zu unterwerfen und im Ge-horsam zu erhalten. Deshalb schickte Johann in alle Ulusse Verfü-gungen über Unter werfungs- Erklärung und Bezahlung der Abgaben,welche sonst den kasanschen Zaren gezahlt worden waren. Die Be-wohner von Arsko und die Wiesen-Tscheremissen unterwarfen sich. Am4. Oktober wurde ganz Kasan von Leichen gesäubert, und Johann rittwieder hinein, pflanzte in der Mitte der Stadt das Kreuz auf, legte denGrund-stein zu einer Tages-Kirche im Namen Maria Verkündigung, und nachdemein Gottesdienst mit Wasserweihe stattgefunden, befahl er eine Kreuzes-Procession um die Stadtmauer. Am 6. Oktober ernannte er zu Statthalternden Gross-Bojaren Fürst Alexander Borissowitsch Gorbaty unddenBojareninKasanFürstWassiljiSi mono witsch Serebrjany, de-nen seine hochgestellten Dworjanen und viele Bojaren-Kinder, Strelitzenund Kasaken beigegeben wurden. Am 11 .Oktober brach J o h a n n zu Schiffeauf der Wolga nach Hause auf, Fürst Worotynski führte das Reiter-heer am Ufer entlang nach Wassilj-Sursk. Von Nishni-Nowgorod begabJohann sich zu Lande ins Troizki-Kloster und dann nach Moskau, woer am T.November feierlich einzog, von allen Beamten-Klassen und demVolke im Triumphe und mit Dankbezeugungen als Sieger und Befreierempfangen. Dann folgte die Austheilung von reichen Belohnungen andie Wojewoden und Ratniki: Erbgüter, Lehnsgüter, Futter-Korn, Geld,