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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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424 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

16. August schon begann das Heer über die Wolga auf das LugowerUfer über zu geben, und rückte trotz fortwährenden Regens auf durchdiesen wie durch den Feind ungangbar gemachtem Wege geduldig direktauf Kasan los. Am 18. August 'ging Johann selbst über die Wolga,am 19. lagerte das ganze Heer, in einer Stärke von 150000 Mann Ange-sichts von Kasan auf dem Lugower Ufer der Wolga. Schig-Alejwurde auf Schiffen entsandt, sich des Gostinna-Eilandes zu bemächtigen,Morosow führte zu Schiffe das schwere Geschütz, die Belagerungs-maschinen (Rollthürme, Widder u. s. w.) herbei. In Folge der unauf-hörlichen Regengüsse waren Ströme und Flüsse aus den Ufern getretenund hatten die Niederungen überschwemmt, dieKasanzer hatten aber alleBrücken und Dammwege zerstört, die nun erst wieder hergestellt werdenmussten. Am 20. August überschritt Johann das Flüsschen Kasankaund erhielt eine freche Antwort von El ig er, voller Schimpfreden gegendas Christenthum, Johann und Schig-Alej, und eine offene Kriegs-erklärung enthaltend. Um dieselbe Zeit erschien der aus Kasan ent-flohene Mursa Kamai, welcher aussagte, dass El ig er und die Kasan-zer nicht allein vor Johann nicht die Stirn schlagen wollten, sondernentschlossen seien sich aufs Aeusserste zu vertheidigen und lieber unter-zugehen, als sich zu unterwerfen; dass in Kasan über 30000 bewaffneteKasanzer, etwa 3000 Nogaien und grosse Kriegs- und Proviantvorräthevorhanden seien, ausserhalb Kasan's aber sich Fürst Japanscha miteinem starken Cavalleriecorps befinde, der in den Arskoer Verhau (Be-zirk) entsendet sei, um alle Landbewohner zu den Waffen zu rufen, dasrussische Heer fortwährend zu beunruhigen und es nicht auf das ArskoerFeld zu lassen.

Nun berief Johann denKriegsrath, in welchem beschlossen ward:1) dass Johann selbst nebst Fürst Wladimir-Andrej e witsch mitder zarischen Druschine auf der Zarenwiese, Schig-Alej hinter demBulak, die Avantgarde und das Grosse Regiment mit der Druschine desFürsten Wladimir-Andrej ewits ch auf dem Arsko-Felde, das Regi-ment der rechten Hand hinter dem Kasanka-Fluss, die Nachhut an derBulak-Mündung, und das Regiment der linken Hand weiter oberhalbstehen sollte; 2) dass für jeden Mann 1 Pallisade, und für je 10 Mannein Schanzkorb vorzubereiten und streng zu befehlen sei, dass von denRegimentern Niemand ohne Befehl der Wojewoden, vom ganzen HeereNiemand ohne Erlaubniss des Zaren wagen solle, eigenmächtig in dieStadt zu dringen. Am 23. August früh Morgens nahmen alle Regimen-ter pünktlich ihre Stellungen ein, Johann aber entfaltete auf der Zaren-wiese sein Grosses Zaarenbanner mit dem darauf gestickten Bild-niss des Schweisstuches Christi und darüber dem seligmachendenKreuze, das unter Dimitrji Donski die Kulikower Schlacht mitge-