Bcuierkenswertheste Kriege und Feldzüge. 415
und sich der russischen Abhängigkeit wieder entziehen wollten. Zurselben Zeit befestigte Helena die Freundschaftsbündnisse mit demKaiser Karl V., mit Gustav Wasa, König von Schweden, mit demHospodar der Moldau, und mit dem Türken-Sultan Su leim an H.
Während der Bojaren-Regierung waren die Streitigkeiten zwischenden Bojaren von gerade entgegengesetzter, für den Staat hinsichtlichseiner äusseren Angelegenheiten schädlichen Wirkung. Die Bojarenvermochten nicht die äussere Politik Johann's III. und Wassilji's in.mit Erfolg durchzuführen, fürchteten die Krym, verloren den Einflussauf Kasan, und blickten mit Gleichmuth auf die erstarkende Herrschaftder Polen und Lithauer.
Ein kurzer Abriss der Kriegsoperationen der russischen Heere gegenLithauen, Krym imd Kasan während der 14jährigen Regierung H e 1 enasresp. der Bojaren wird unten gegeben werden, gelegentlieh der beson-deren Beschreibung der einzelnen Kriege unter Johann IV. mit Li-thauen und Polen, der Krym und Kasan. Als der wichtigste derselbenfür Russland muss der mit Kasan angesehen werden, der schliesslichmit der Unterwerfung Kasans endete, — demnächst der mit Astrachan.
Die inneren Kriege der Krym hörten nach Wassilji's HL Todemit der Alleinherrschaft Saip-Ghirei's auf, doch fingen damit zugleichwieder die Einmischungen in die Angelegenheiten Kasans an, mit deralten Absicht der Zusammenfassung aller 3 Tataren-Reiche: Krym,Kasan und Astrachan in der Gewalt der Ghireer. In Kasan hattensich in Folge des Wechsels der Khane und bald des russischen, bald deskrymschen Einflusses schon seit lange 2 entgegenstehende Parteien ge-bildet — die russische und die krymsche, welche jede passende Gelegen-heit ergriffen, um eine die andere nieder zu werfen. Zur Zeit des Kriegesmit Lithauen unter Helena im Herbst 1535 bildete die krymsche Parteieine Verschwörung, in Folge deren Enalj ei, Anhänger Was silj i's HI.erschlagen und zum kasanschen Zaren Saffa-Ghirei proclamirtwurde. Die russische Partei liess durch Gesandte in Moskau bitten, dassder in Bjeloosero festgehaltene Schig-Älej frei gelassen und zumZaren in Kasan ernannt werde. Helena gab Schig-Alej frei undempfing ihn zu Moskau mit allen Ehren, während dessen aber begannsie schon den Krieg gegen Saffa-Ghirei. Die gegen diesen entsen-deten moskauischen Wojewoden, Fürst Gundorow und Zamyzki ver-hielten sich sehr ungeschickt und entflohen kleinmüthig. Den Kasanzemgelang es die Ansiedelungen um Nishni-Nowgorod niederzubrennen,sie wurden aber von Balachna und einigen andern Orten abgehalten.Darnach drangen sie in die Provinz Kostronia ein, besiegten und tödtetendaselbst den Wojewoden Fürst Sassjäkin, welcher sie angegriffenhatte ohne alle seine Kräfte zusammen zu haben, dann aber beim Her-