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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Bemerkeaswertkeste Kriege und FeKUttg<e. 413

Unterwerfung und Treue zum Grossfttrsten abgenommen hatte, zog ab,und traf mit den kasanschen Gesandten und seinem Heere zugleich inMoskau ein.

Dieser wiederholte klägliche Ausgang des Feldzuges gegen Kasanund besonders der Belagerung wird in einigen Chroniken (nicht ganzklar und bestimmt] damit zu erklären versucht, dass, als nach Einnahmedes Pallisadenwerkes Stadt und Festung 3 Stunden lang ohne Besatzungwaren, da diese geflohen war und die Thore offen gelassen hatte»Bjelski und Glinski gerade einen Streit über den Stellenrang(Mjästnitschestwo) führten: wer von ihnen zuerst in dieStadt einreiten solle, während dessen sei ein gewaltiger Platz-regen gefallen, der die Fuss-Soldaten und Schützen, welche auf Fahr-zeugen das Artillerie-Material in die Stadt führten, veranlasst habe, diesim Stich zu lassen und zu entfliehen, worauf dann die Kasanzer zurück-gekehrt sich desselben bemächtigt hätten.

Dem sei nun wie ihm wolle, unzweifelhaft ist dies, dass die russischenTruppen ihre Sache sehr gut gemacht haben, die russischen Wojewodensehr schlecht: mit Erfolg beginnend, endigten sie ohne Kunst und Resul-tat, indem in Folge mangelnden Einverständnisses unter sich sie diegünstige Gelegenheit zur Besitznahme von Kasan vorübergehen Hessen.

Dies war um so schimpflicher, als Saffa-Ghirei, nach Kasanzurückkehrend, nicht anders dem Wassilji schwören wollte, die Ge-fangenen, Geschütze u. s. w. zurückzuliefern, als wenn Wassilji diekasanschen Gesandten, sowie die Geschütze, Gewehre, Gefangenenu. s.w., welche denKasanzern abgenommen waren, zurückgeben werde.Die darüber gepflogenen Unterhandlungen mit kasanschen Abgeordnetenin Moskau und mit kasanschen Staatswürdenträgern in Kasan endetendamit, dass die Feinde Saffa-Ghirei's und Anhänger Wassilji'sden Ersteren aus Kasan vertrieben, sammt allen Krymschen und Nogaien,und Wassilji baten, ihnen nicht Schig-Alej zum Zaren zu geben,den sie nicht liebten sondern fürchteten, sondern dessen jüngeren BruderEnaljei, der die Meschtscherski-Festung besass. Wassilji gab seineZustimmung und entliess Enaljei nach Kasan, an Schig-Alej gaber Kaschira und Serpuchow. Enaljei leistete mit allen kasanschenLanden Wassilji den Eid der Treue, und sie hielten ihn redlich.Schig-Alej war unzufrieden, begann mit Kasan Beziehungen anzu-knüpfen, und wurde dafür in Bjeloosero eingekerkert.

So endigten, 3 Jahre vor Wassilji's Tode, die Streitigkeiten undFeldzüge gegen Kasan für längere Zeit, welche allerdings leichtlich zurvollkommenen Unterwerfung von Kasan hätten führen können, wennWassilj i mit mehr Festigkeit und Energie, seine Wojewoden aber mitmehr Geschick gehandelt hätten.