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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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404 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

Ghirei, mit einem kiymschen Heere vor Kasan erschien, ergab sichihm die Stadt ohne Widerstand. Schig-Alej und die bei ihm befind-lichen russischen Wojewoden wurden [nach Moskau entlassen , dagegender russische Gesandte und russische Kaufleute ausgeplündert und fest-gehalten. Im Mai erhielt Wassilji aus Asow die Nachricht, dasszwischen Mahm et-Ghirei, den Kasanzern und Astrachanzern ununter-brochene Beziehungen beständen, dass Mahmet den Kasanzern seinenBruder zum Zaren gegeben habe, und sich anschicke mit seiner ganzenMacht nach Moskau zu marsckiren. Diese Nachricht aber gelangte erstdann nach Moskau ,alsMahmet-Ghirei mit den Krymschen,Nogaien undDon- und Dnjepr-Kasaken (Letztere unter Anführung von Eustaphiusoder Eustath Daschkowitsch) schnell an die Oka marsckirte. Dierussischen Hauptkräfte befanden sich gerade an der lithauischen Grenze,in Moskau und den inneren Provinzen waren nur wenige Truppen, Was-silji vermochte nur seinen jüngsten Bruder Andrei und den BojarenFürsten Bj elski mit einem Heerhaufen zur Oka gegen Mahmet-Ghireizu senden. Andrei aber und Bj elski hörten keinen Rath, trafen sehrungeschickte und unkluge Maassregeln, schlugen sich mit den Tatarenungeordnet und nicht im rechten Augenblick, wurden durch die über-legenen Kräfte Mahmet's zurückgeworfen und flohen. Mahmet'sSchaaren zerstreuten sich [um zu plündern über den ganzen Raum vonKoloma bis Moskau. Zu dieser Zeit stiess auch Saip-Ghirei mit demkasanschen Heere, nachdem er unterwegs das Gebiet von Nishegorodund Wladimir verwüstet hatte, vor Kolomna zu Mab m e t. Dieses uner-wartete Vorgehen der kiymschen und kasanschen Tataren von 2 Seitenzu gleicher Zeit traf Moskau gänzlich überraschend. Man hatte hier sichschon lange der Tatareneinfälle entwöhnt, und nun befand Wassiljisich in ebenso schlimmer Lage, wie DimitrjiDonskoibei dem Ein-fall von Tochtamysch, und sein Sohn Wassilji bei dem EinfallEdigei's. Er folgte deshalb auch ihrem Beispiele, ging nach Woloko-lomsk, um hier ein Heer zusammen zu ziehen, und überliess dem Zare-witsch Peter und den Bojaren den Schutz von Moskau. Mahmet selbstblieb an der Sjeverka stehen, seine Heerhaufen streiften bis dicht vorMoskau, verwüsteten die umliegenden Dörfer Ostrow, Worobjewo,Ugrjäschski-Kloster u. s. w. Von allen Seiten floh Alles in dem Kreml,wo eine solche Enge entstand, dass in Folge der Hitze (man befand sichEnde Juni) binnen wenigen Tagen sich eine Seuche entwickeln konnte.Moskau war in Schrecken und Bestürzung, um so mehr, als es sich beiden Vorbereitungen zur Vertheidigung herausstellte, dass Mangel anPulver herrsche. Unter diesen schwierigen Verhältnissen entschloss sichder Zarewitsch Peter nebst den Bojaren, da nirgends Rettung erschien,zur Anknüpfung von Unterhandlungen mit Mahmet-Ghirei, der am