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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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402 III- Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

Podolien, Volhynien, und sogar Galizien furchtbar verheerend allmählichbegonnen, sich in gleicher Weise gegen die Südgrenzen Russlands (aufdem linken Ufer des mittleren Dnjepr und dem rechten der oberen Okaund deren Nebenflüssen) zu wenden. So waren im Sommer 1506, alsAlexander von Polen und Lithauen an tödtlicher Krankheit darniederlag, die Krym-Tataren in Lithauen eingedrungen und hausten daselbstfürchterlich, wurden aber von Michael Glinski aufs Haupt geschlagen.Im Jahre 1507 hatten sich aber die Beziehungen zwischen Krym undRussland schon vollkommen geändert; Mengli-Ghirei war bereitseinem Stiefsohn, dem kasanschen Zaren Mahmet-Aminj zu helfenund mit Sigismund gemeinschaftliche Sache gegen Russland zumachen. Im Sommer 1507 rückten die Krym-Tataren bereits in die Süd-grenzen von Russland ein (nach Bjelew, Odajew, Koselsk). Wassiljischickte ihnen sogleich ein Heer an die Grenze entgegen. Die mos-kauischen Wojewoden vermochten aber nicht die Tataren zu hindern,zu rauben und reiche Beute zu machen, verfolgten sie jedoch, erreichtensie an der Oka, schlugen sie und nahmen ihnen ihre ganze Beute wiederab (9. August).

Darnach vergingen 5 Jahre ohne neuen Einfall der Krym-Tatarenin russisches Gebiet. Aber Mengli-Ghirei hatte sich nicht losgesagtvon dem Bündniss mit Glinski, um für denselben Kiew zu erobern,und mit Sigismund zum Schutze von Kiew und Wilna. Sigis-mund war diese letztere Hülfe schon nicht mehr von Nutzen, er batMengli-Ghirei statt dessen seine Tataren nach Bransk, Starodub undNowgorod-Sjäverski zu schicken. Aber die Krym-Tataren waren nochihrer Niederlage an der Oka eingedenk, und Mengli-Ghirei schicktedie Tataren nicht dahin, wo es Sigismund bestimmt hatte, sondernzog es vor, von Wassilji möglichst viel Geld und Tribut zu erpressenund ihn in einen Krieg mit Astrachan zu verwickeln. Auf Letzteres gingWassilji nicht ein, zahlte aber einen massigen Tribut, um nur dieFreundschaft mit Mengli-Ghirei aufrecht zu erhalten, obgleich dieserund namentlich seine Söhne und Mursen sehr unzufrieden waren undden Gesandten Wassilji's Kränkungen und Beleidigungen zuzufügensuchten.

Im Mai 1512 überfielen 2 Söhne Mengli-Ghirei's mit zahlreichenTataren die ukrainischen Städte Bjelew, Odojew, Borotynsk, Alexin,und machten grosse Beute und viele Gefangene. Wassilji schickteWojewoden gegen sie aus, die Tataren aber flohen in die Steppe, unddie Wojewoden folgten ihnen nicht. Im Juni desselben Jahres wurdeeiner der Söhne Mengli-Ghirei's, Achmat-Ghirei, nach Rjäsangeschickt, kehrte aber um, als er hörte, dass an den Flüssen Upa undOssetra die moskauischen Wojewoden ständen. Im Oktober dagegen