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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Bemerkenswertheste Kriege und Felclzüge. 401

und bemerkenswertk in kriegerischer Beziehung. Es genügt deshalb, sienur in den Hauptumrissen darzustellen.

Im nächsten Zusammenhange mit dem lithauischen Kriege standder Krieg mit der Krym, welchen noch bei Lebzeiten Mengli-Ghirei's,der Johann III. um 10 Jahre überlebte (er starb 1515), begonnen hatte.Dieser treue Verbündete Johann's, der ihm mit Hingebung diente,hegte den Wunsch, auch dessen Sohne mit gleichem Eifer zu dienen,war aber schon sehr alt und nicht mehr kräftig genug, um seine Söhneund Grossen im Zaum zu halten, welche, von Lithauen und Polen leichterkauft, gern in dass russische Gebiet eindrangen, das Land furchtbarverwüstend. Ausserdem aber war Mengli-Ghirei selbst nicht zu-frieden mit den wenig freigebigen Geschenken, welche er von Wassilj ierhielt. Indessen waren bis zu Mengli-Ghirei's Tode doch die Zügeund Einfälle der Krym-Tataren noch nicht so stark und schadenbringend,als nach seinem Tode. Dann aber nahmen sie dermaassen an Heftigkeitzu und wiederholten sich so oft, dass sie für Russland eine wahre Cala-mität, eine der Hauptursachen zu dem Misserfolge des Krieges vonKussland gegen Lithauen, und der Anfang zu seinem Kriege gegen dieKrym wurden, welcher ganze 3 Jahrhunderte (bis zu Ende des 18. Jahr-hunderts) lang währte.

Mahmet-Ghirei, der Sohn und Nachfolger Mengli-Ghirei's,trieb seine Kühnheit schon so weit, dass er das vermeintliche Anrechtder Nachkommen Dschingis-Khans auf die Herrschaft über Russ-land und auf Tributzahlung Russlands zu erneuern plante, sich dasRecht anmaasste, den Vermittler zwischen Wassilji und Sigismundzu spielen, russische und lithauische Städte an sie zu vertheilen, u. s. w.Diese kühnen Pläne waren günstig für Sigismund, und sehr lästig,wenn auch nicht beängstigend, für W a s s i 1 j i bei dem Kriege zwischenBeiden. Mahmet-Ghirei gelang es, seinen Bruder Saip-Ghireiauf den kasanschen Thron zu bringen, an Stelle von Wassilj i's Günst-ling Schig-Alej, und indem er durch diesen nun in Kasan wie auchin Astrachan herrschte, konnte er gegen Russland die Kräfte der 3 Ta-tarenreiche dirigiren, welche im Osten und Süden von Russland aus demeinstigen Reiche Baty's hervorgegangen waren. Das konnte aber fürRussland sehr gefährlich werden zu einer Zeit, wo es im Westen durchden Krieg mit Lithauen in Anspruch genommen war und seine Haupt-kräfte sich an der lithauischen Grenze befanden. Eine solche Gefahr tratwirklich im Jahre 1527 ein, zu Ende des Krieges zwischen Wassiljiund Sigismund, wie oben dargelegt wurde.

Aber schon vorher, sogar noch zu Mengli-Ghirei's Lebzeiten,hatten die Krym-Tataren anfänglich feindlich gegen Sigismund undim Interesse vonWassilji, wie zuvor für Johann gehandelt, und