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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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372 III. "Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigj ährigen Kriege etc.

Ufer. Um seine Truppen zu schonen und den Kampf mit den Russen imoffenen Felde zu vermeiden, führte Achmat, der noch immer das Ein-treffen Kasimir's erwartete, sein Heer 2 Werst von der Ugra zurück,lagerte es auf ausgedehnten Wiesenflächen und schickte aus, Lehens-mittel einzusammeln, was selbstverständlich mit Plünderung und Ge-walttätigkeiten verbunden war.

Johann seinerseits Hess die in Dmitrow stehenden Abtheilungennach Perejaslawl, die moskauischen nach Dmitrow rücken (d. h. nörd-lich von Moskau), befahl, wie gesagt, den Fürsten Patrikjäjew diemoskauische Vorstadt anzuzünden, und traf wie es scheint Anstaltenzur Vertheidigung von Moskau und sogar zum etwaigen Rückzüge nachNorden. Endlich aber, Mitte Oktober, augenscheinlich der öffentlichenMeinung nachgebend, begab er sich in Person von Krasnoe Selze zumHeere, aber nicht zur Ugra, sondern nach Kremenez an der Luka, 30Werst von Medyna (wo heute das Dorf Kremenezkoe liegt), von wo ernun persönlich über die Truppen disponirte, welche an der Ugra undrückwärts standen. Oschtschera, Mamonow u. A. riethen ihm vonNeuem, nach Norden abzuziehen. Johann aber that Etwas, das nochmehr die allgemeine Unzufriedenheit erregte. Er schickte Geschenke anAchmat mit der Bitte, ohne Verwüstung abzuziehen. Achmat forderteanfänglich, dass er selbst zu ihm komme, die Stirn zu schlagen(sich demüthig in den Staub zu werfen), dann, dass er ihm seinenSohn sende, endlich dass er wenigstens Bass enkow schicke, welcherschon als Gesandter in der Orda gewesen war. Johann aber that dasAlles nicht, wie die Chronisten sagen, bewogen durch eine beredte Sen-dung, welche er von Wassian erhielt. Nun begann Achmat zu drohen,dass er über die Ugra gehen werde , sobald sie nur stehe. Da sie aberwirklich in Folge eines frühen heftigen Frostes am 26. Oktober schonstand, so befahl Johann am 29. Oktober auf Grund dieser Drohungden Truppen an der Ugra sich von da auf Kremenez zurück zu ziehen,um dort mit vereinten Kräften gegen die Tataren zu kämpfen. Dieserunerwartete Befehl übte einen so ungünstigen Einfluss auf die Truppen,dass sie statt zurück zu gehen nach Kremenez flohen, da sie dachten, dieTataren seien schon über die Ugra und ihnen auf den Fersen. Johannaber war mit diesem Rückzuge nach Kremenez noch nicht zufrieden, son-dern befahl noch bis Borowsk zurück zu gehen, wo er versprach endlichden entscheidenden Kampf mit den Tataren aufzunehmen. Alle dieseAnordnungen schienen sehr seltsam und vermehrten das Missvergnügenund die Unzufriedenheit, obgleich sie wirklich auf die oben angedeuteteAbsicht Johann's, sieh abwartend und defensiv zu verhalten und denKampf zu vermeiden bis das Nichteintreffen Kasimir's und der Ruin