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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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308
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308 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

einer Stadt, der Ssotenny war im Allgemeinen der Vorgesetzte von100 Batniki (Kriegern),der Sassjätschny der einer Verhau-Wachein einem Bezirk der Kreise, u. s. w. Der Commandern - über 100 Mannhiess Ssotnik, über 10 Mann Dessjatnik.

Seit Johann III. wurde das russische Heer, im Allgemeinen nachden ständigen Aufenthaltsorten in Basrjady (s. oben) vertheilt, inDessjatni, Prikasy, Drushini, Ssotni, Botyu.s.w. gegliedert. Dessjatnjahiess, wie gesagt, das ganze Aufgebot der Bojaren-Kinder einer Stadt,

Strelitzki-Prikas Messen 5 vereinigte Strelitzen-Ssotnien: Drus-chinen waren: die fremde ausländische Leibwache des Herrschers,die zarischemoskauische Dworjanen, Shilzen, Bojaren-Kinder u. s.w..

überhaupt eine Abtheilung von städtischen oder Lehnsgut-Ratniki;und Ssotnien Messen die Abtheilungen von 100 Batniki. Die BezeichnungBot (Botte, Compagnie) tritt erst bei dem 1. falschen Begenten auf, unterwelchem sie 2 Ssotnien Hellebardisten, und 1 Ssotnie Partisanireführten, welche von fremden Söldnern gebildet waren (s. oben §. 168).Im Kriegsfall, und nach dem Zusammentritt des Heeres und vor demAusmarscli wurde das Heer in 5 Begimenter getheilt: das Grosse,Hechte und linke Hand, Avant-Garde-(Peredowoi), und Arriere-Garden-Begirnent (Beserve, Storoshewoi oder Sapasny).

Seit Johann III. dienten die Truppen auf Staatskosten, indem siezuerst nur Landerträgnisse, später auch Geldzahlungen erhielten. DerBesitzer eines Lehen war verpflichtet, sich von den Einkünften seinesGutes zu unterhalten, und nur die Aermsten von den Lehngutsbesitzern,und ebenso die fremden Batniki erhielten Sold. Daher kostete der Un-terhalt des Heeres unter Johann III. und Wassiljilll. dem Staateso gut wie Nichts. Den Anfang mit Unterhalt des Heeres auf Soldmachte, wie oben erwähnt Johann IV. Ersetzte für alle Bangstufendes Heeres für die Zeit des Feldzuges eine bestimmte Geldbesoldungfest, und für diejenigen Gutsbesitzer, welche mehr als die nöthige Zahlvon Batniki aufbrachten, oder persönlich den Feldzug mitmachten, diedoppelte. Strelitzen und städtische Kasaken bekamen einen halben BubelJahresgehalt, die Kanoniere, Thorhüter, Zimmerleute und Schmiede (vonder Artillerieverwaltung in den Festungen) 1 Bubel pro Jahr, alle ausser-dem Getreidezahlung, und die städtischen Kasaken bisweilen auch Land.Johann IV. glich auch die Dworjanen und Bojaren-Kinder durch Land-oder Geldbeträge aus, im Verhältuiss zu ihrer Würdigkeit und Verdienst.Unter Feodor Johannowitsch und Boris Godunow bekam dasHeer schon jährliche Geldbeträge in erheblich höherem Maasse als früher.Zu Anfang des 17. Jahrhunderts beliefen sich die jährlichen Zahlungenauf folgende Summen: die Bo j ar en erhielten von 500 bis 1200 Bubel*) Der damalige Kübel war etwa das 4fache des heutigen Silberrubels.

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