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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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i 96 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjäbrigen Kriege etc.

§. 194.Der Krieg seit 1593.

Mit diesen moralisch verwilderten und erschöpften Truppen führ-ten nach dem Prinz von Parma sehr wenig geschickte Feldherrnden Krieg weiter: Mannsfeld, Fuentes, Erzherzog ErnstvonOesterreich u. s. w. Deshalb stehen auch die Operationen der Spanierseit dieser Zeit unter der Mittelmässigkeit. Die des Prinzen Moritz da-gegen zeichnen sich durch Kunst, Schnelligkeit und Energie aus. Be-merkenswerth ist u. A. dabei: 1) dass Prinz Moritz bei der Belagerungvon Festungen seine Truppen in ebenso starke, bisweilen sogar nochstärker als die Festungen befestigte Lager legte, so z. B. sein Lager vorder Festung Gertruidenberg (1593); Mannsfeld wagte mit 20000 MannTruppen und 18 Geschützen dieses Lager nicht anzugreifen, das imGanzen nur von 5000 Mann des Prinzen Moritz besetzt war: 2) dasswährend der 3 monatlichen Belagerung von Gertruidenberg bei den nie-derländischen Truppen kein Mangel weder an Lebensmitteln noch anGeld herrschte, der Sold richtig ausbezahlt wurde, und daher wederMeutereien noch Plünderung vorkamen; die spanischen Truppen befandensich dagegen fast in fortwährendem Zustande der Empörung. Im Jahr1594 u. A. erhoben sich die im spanischen Heere befindlichen Truppenitaliänischer, deutscher und anderer Nationalität unter dem Namen ita-liänische Republik gegen die spanischen Truppen, welche sich ihrer-seits gleichfalls in vollem Aufstande befanden, und gegen welche sie ge-meinschaftlich mit dem Prinzen Moritz operirten. der einen Vertrag mitihnen abgeschlossen hatte.

Unter diesen und anderen ähnlichen Verhältnissen nimmt der Krieg"mehr und mehr den Charakter der Zersplitterung an und bietet bis zuseinem Ende, ausser unaufhörlichen Belagerungen, vereinzelten Unter-nehmungen und Expeditionen, kleinem Kriege u. s. w. nichts besondersBemerkenswertb.es mehr dar.