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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Die benierkenswerthesten Kriege und Feldztige dieser Periode. 1S9

men, sich nach der Seite von Frankreich zu sichern, und dann nochrechtzeitig nach dem Norden zur Niederwerfung des Aufstandes eilen zukönnen. Seine Hoffnungen und Berechnungen erfüllten sich aber nicht:3 Monate belagerte er Bergen und während dieser Zeit breitete derVolksaufstand sich im Norden gewaltig aus und erstarkte bedeutend.Brielle und seine Umgegend wurde der Mittelpunkt des Aufstandes, derBewaffnung und der ganzen Kriegs-Operationen der Niederländer. Hiersammelten sich die fremden Hülfstruppen, die niederländischen Flücht-linge, alle mit der spanischen Regierung Unzufriedenen, und eine Mengeverschiedenster von der Hoffnung auf Beute angelockter Elemente. Hiersammelte und verstärkte sich auch die Flotte der Meer-Geusen, welchebald eine ausserordentliche Stärke erlangte; hier wurden ungeheure Vor-räthe von Waffen und Kriegsmaterial angehäuft. In dieser Zeit traf derPrinz von Oranien, dessen Residenz in Löwen war, mit den aufge-standenen Städten gemeinsam zweckmässige Anordnungen für die Be-waffnung des Volkes und zu energischstem Widerstand gegen Alba.Aber die eine Befreiung von Bergen bezweckenden Operationen der Nie-derländer waren zu langsam und unentschlossen. Der Prinz von Ora-nien brach im September mit 24000 Mann gegen Bergen auf, aber unter-wegs mit Herstellung der Ordnung in dem durchzogenen Lande beschäftigt, während seine Truppen diese zuerst verletzten, indem sie die Einwoh-ner beraubten und dadurch allgemeine Unzufriedenheit hervorriefen,rückte er nur langsam vor, und zog dann, vor Bergen eingetroffen, un-aufhörlich von Ort zu Ort, indem er suchte den Herzog Alba ins Feld zulocken und ihn zur Schlacht zu nöthigen. Durch Alb a's beständiges "Ausweichen vor dem Kampfe, durch den kleinen Krieg und stete Schar-mützel wurden die Truppen des Prinzen von Oranien endlich derartig-geschwächt , entkräftet und desorganisirt, dass dieser sich gezwungensah, ohne irgend welchen Erfolg abzuziehen. Seinem Bruder LudwigvonNassau auftragend, mit den Spaniern eine vortheilhafte Capitula-tion zu schliessen, ging er bei Orsoy über den Rhein und entliess seinHeer. Ludwig von Nassau aber ging mit Alba eine Capitulationein, kraft welcher die Garnison von Bergen freien Abzug erhielt, die nie-derländischen Truppen ohne, die fremden mit Waffen, und unter Bedeck-ung nach Frankreich gebracht wurden, Bedingungen, welche gleichvielen anderen, vom Herzog Alba aufs Genaueste erfüllt wurden. DieStädte Brabants welche sich dem Prinzen von Oranien unterworfenhatten, wurden zur Zahlung starker Contributionen gezwungen, Mechelnaber, als die am meisten schuldige, wurde zur Strafe den Truppen zurPlünderung übergeben.

Nach Einnahme von Bergen wandte sich Herzog Alba gegen dienördlichen niederländischen Provinzen: Zeeland, Holland, Geldern,Over-