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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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186 m. Vou Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

feuerte die Niederländer im hohen Maasse und vermehrte die Zahl dererbedeutend, welche nun offen zu den Waffen griffen. Herzog Alba,welcher die Notwendigkeit erkannte, zu äusserst strengen und entschie-denen Maassregeln zu greifen, um mit einem kräftigen Schlage den Auf-ruhr im Entstehen nieder zu werfen, dirigirte alle Truppen, die er ausDeutschland erwartete, und ebenso diejenigen, welche in Brüssel nichtnöthig schienen, nach Groeningen. Nach deren Eintreffen in Groeningenwar Graf Ludwig gezwungen zurück zu weichen und einen Kampf sorg-fältig zu vermeiden, da seine Truppen, welche keinen Sold erhaltenhatten, meuterten, das Land und die Einwohner ausraubten und haufen-weise die Fahnen verliessen. Um desto entschiedener handelte Alba:mit 12000 Mann auserlesener Truppen rückte er rasch gegen den Grafvon Nassau, welcher nach einigen Märschen, welche ein Vermeidender Schlacht bezweckten, endlich mit kaum 7000 Mann bei Gemmingen(Jemg'um) an der Ems Stellung nahm, und hier (am 21. Juli 1568) vonAlba angegriffen und geschlagen wurde und sich kaum mit einer sehrkleinen Schaar nach Emden zu retten vermochte; die Uebrigen wurdenniedergemacht oder gingen in spanische Dienste. Dann kehrte Albanach Brüssel zurück.

Im September brach der Prinz von Oranien mit wallonischen, bur-gundischen und französischen Truppen, welche gut bewaffnet und orga-nisirt und etwa 28000 Mann stark waren, nach Lüttich auf. HerzogAlba rückte ihm mit 1617000 Mann entgegen; da aber hier das Ueber-gewicht der Kräfte und alle Vortheile auf Seite des Prinzen von Ora-nien waren, so suchte Alba einen Kampf zu vermeiden und den Geg -ner durch Hin- und Hermärsche und den kleinen Krieg zu ermüden,indem er hoffte durch Zaudern das Heer desselben zum Auseinandergehenzu zwingen. Der längere Aufenthalt des Prinzen von Oranien zwischenMaas und Rhein und ein Aufruhr unter seinen Truppen kam den Absich-ten des Herzogs A1 b a zu statten. Endlich stellte sich Letzterer in demstark befestigten Lager bei Maastricht auf und suchte den Prinz vonOranien am Ueberschreiten der Maas zu hindern, wozu er sehr ver-ständige Vertheidigungs-Anordnungen traf. Dem Prinz von Oraniengelang es jedoch (17. Oktober 1568) bei Stockem zwischen Maastricht undRoermond die Maas mittelst einer Furt zu passiren, vom Grafen Albaunbemerkt und ihm vollkommen unerwartet. Aber er wusste davonkeinen Nutzen zu ziehen, blieb halten, versäumte den für den Angriff ge-eigneten Zeitpunkt, und dann rückte er gegen Alba vor, wagte abernicht dessen festes Lager anzugreifen. Nun begann eine ganz besondereArt der Kriegführung: beide Theile wichen dem Kampfe aus, zogen un-aufhörlicb aus einem Lager ins andere , führten den kleinen Krieg, er-schwerten sich gegenseitig die Verpflegung, bemühten sich auf alle Weise