Die beuierkenswerthesten Kriege und Feldzüge dieser Periode. 179
zerstört worden war. und rückte an demselben Tage (1. November) inParis ein, als Heinrich IV. die 5 südlichen Vorstädte von Paris angriffund mit Sturm nahm. Das Eintreffen Mayenne's zwang Heinrich IV.auf die Wegnahme von Paris zu verzichten, das von eiuer überlegenenArmee besetzt war, er räumte die Vorstädte, zog sich in Ordnung undsteter Gefechtsbereitschaft langsam zur Loire zurück, schnitt die Verbin-dung zwischen Orleans und Paris ab und rückte in Tours ein. VieleStädte unterwarfen sich ihm freiwillig, andere wurden mit Gewalt ge-nommen.
§. 141.
Feldzug des Jahres 1589 gegen Mayenne, den Grafen Egmont undden Prinzen von Parma.
Nachdem Mayenne einige Städte im Norden von Paris genommen,belagerte erMeulon. Heinrich IV. zog gegen ihn, befreite Meulou, be-lagerte und nahm Poissy. Nun zog Mayenne, einen Kampf vermeidend,in die Picardie den spanischen Truppen entgegen, welche Graf Egmontaus den Niederlanden ihm zu Hülfe herbeiführte. Heinri ch IV. belagerteDreux, als aber die Stadt schon bereit war sich zu ergeben. erfuhr er.dass die vereinten Kräfte von Mayenne und Egmont, 16—17000 Mannstark herannahten , welche mit 6 Geschützen über die Seine und Marnegegangen waren. Er hob also die Belagerung von Dreux auf, und warfsich ihnen ungesäumt entgegen. stiess bei dem Dorfe Jvry an der Eureauf sie und lieferte ihnen am 14. März 1590 eine Schlacht, obwohl er nur12000 Mann und 6 Geschütze hatte. Die Schlacht beschränkte sich aufdie Aktion der beiderseitigen Cavallerie und Artillerie. Mayenne'sReiterei wurde vollkommen geschlagen, und danach zerstreute sich auchdas Fussvolk. Von dem ganzen Heere Mayenne's entkam kaum der4. Theil, die übrigen wurden niedergemacht oder gefangen genommen.Artillerie, Fahnen, Fahrzeuge, Alles ging verloren. Heinrich IV. ver-folgte die Trümmer des geschlagenen Heeres mit seiner ganzen Caval-lerie, an der Eure aber fand er die Brücken sämmtlich zerstört undmüsste desshalb die Verfolgung einstellen. Nun setzte er sich in denBesitz aller Seine-Uebergänge zwischen Paris undRouen, schloss Paris vonNeuem mit 16000 Mann Fussvolk und 4000 Mann Reiterei ein, wandtesich aber selbst mit einem starken Reitercorps schnell gegen Mayenne,welcher in der Picardie die Reste seines Heeres wieder sammelte. Dochgelang es Mayenne, nach Laon, und von da nach Conde zu entkom-men , von wo er bei dem spanischen Statthalter in den NiederlandenAlexander Farnese, Prinz von Parma, um Hülfe bat. Der Letzterebrach, auf Philipp's IL Befehl, aus Valenciennes zum Entsatz von