178 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.
Edelleute, au ihrer Spitze der Herzog von Epernon, wollten einem pro-testantischen Könige nicht dienen und zogen mit ihren Truppen ah. IhremBeispiele folgten auch viele Unterhefehlshaber; bei den Truppen ka-men Desertionen vor; ausserdem herrschte grosser Geldmangel, so-wie gegenseitiges Misstrauen, Feindschaft und Hader zwischen denim Heere gebliebenen Katholiken und Protestanten. Alle diese Um-stände versetzten Heinrich IV. in eine so schwierige Lage, dass ernach Verlegung der Truppen in 'Garnisonen Hülfe in England bei derKönigin Elisabeth suchen wollte; doch entschloss er sich auf Zuredendes Marschalls B ir on in Frankreich zu bleiben und deD Krieg fortzusetzen.Nach Aufhebung der Belagerung von Paris zog er in die Normandie mit3000 Mann französischen Fussvolks, 2 schweizer Regimentern und 1200Reitern, verstärkte sich durch 2700 Mann, welche sich in der Normandiebefanden, befahl den Truppen aus der Picardie und Champagne zu ihnenzu stossen, besetzte Pont de 1'Arche mit dem Uebergang über die Seine,Dieppe und Caen, sicherte sich durch den Besitz von Dieppe die freieVerbindung zur See mit England, und belagerte Rouen. Als aber derHerzog von Mayenne mit 30000 Mann bei Rouen erschien, war er ge-zwungen die Belagerung aufzuheben, zog sich auf Dieppe zurück undbezog, da er es nicht für klug hielt in Dieppe eine Belagerung auszu-halten, noch mit dem Gegner sich in einen ungleichen Kampf einzulassen,bei dem Dorfe Arques vor Dieppe ein Lager in einer günstigen undausserdem durch Verschanzungen verstärkten Vertheidigungsstellung.Hier wurde er, nur 7000 Mann stark, am 20. September 1589 von den30000 Mann des Herzogs Mayenne angegriffen; nach heftigem Kampfeaber schlug er sie zurück. Aber trotz aller Bemühungen Mayenne's,ihn aus seiner festen Position heraus zu locken, verliess er dieselbe wegenseiner geringen Zahl nicht, Hess aber zugleich sich nicht von Dieppe unddem Meere abschneiden. Endlich veranlasste das Gerücht von dem Er-scheinen einer englischen Flotte und vom Herannahen der TruppenHeinrich's IV. aus der Picardie und Champagne Mayenne zum Ab-züge. Heinrich IV. zog diesen seinen heranrückenden Truppen ent-gegen, es gelang ihm s.ich mit ihnen bei Soissons zu vereinigen, und nunging er, bereits 15000 Mann stark, mit Entschiedenheit gegen Mayennevor. Der Letztere aber wich einem Kampfe aus, zog sich hinter dieSomme in die Picardie zurück, und Heinrich IV. wandte sich wiedernach Dieppe: nachdem er hier aus England eine bedeutende SummeGeldes und 4000 Mann englische Truppen in Empfang genommen hatte,ging er mit seiner vereinten Macht bei Meulon über die Seine und be-lagerte Paris (Oktober 1589), Mayenne eilte aus der Picardie herbei,Paris zu befreien, überschritt bei Saint-Maxance ungehindert die Seine,wo trotz des von Heinrich IV. gegebenen Befehls die Brücke nicht