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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Die bomerkens'werthesten Kriege und Feldziige dieser Periode., 147

die Präger Pilsen belagert, durch dessen Wegnahme sie die katholischePartei ihres wichtigsten Stützpunktes in Böhmen zu berauhen und da-durch für sich einen günstigen Einfluss auf das Baseler Conzil zu gewin-nen beabsichtigten. Aber die Belagerung von Pilsen währte ohne Erfolg6 Monate lang und das gereichte den Taboriten zu grossem Schaden. IhrHeer, so viele Jahre daran gewöhnt, herumzustreifen und durch Raubin fremden Ländern reich zu werden, jetzt plötzlich gezwungen 6 Monateauf derselben Stelle zu liegen, begann zu fouragiren, d. h. mit GewaltLebensmittel und Fourage aus dem umliegenden Lande zu entnehmen,das ohnehin schon gänzlich ausgesogen war, und das brachte die Ein-wohner in Zorn. Dabei lockerte sich hierdurch, wie durch die Unthätig-keit während der Zeit der Belagerung die Disziplin und Ordnung imHeere immer mehr. Als einer der Hauptleute Jan Pardus aus Gorka,der behufs Fouragiren nach Bayern gedrungen war, hier eine Schlappeund grossen Verlust erlitt, erhob sich bei seiner Rückkehr nach Pilsenim Heere ein Aufstand gegen ihn. Prokop, der ihn stillen wollte, wurdeschwer verwundet und ging nach Prag, angeblich zur Heilung seinerWunde, das Heer aber löste sich auf ohne Pilsen bekommen zu haben.Die Pany-Utraquisten machten sich das zu Nutze, um die Macht derBruderschaften zu brechen, und forderten, nach Aussöhnung mit demProkop, am 12. Dezember 1433 eine Verfügung des Senats über dieErrichtung einer zeitweiligen Regierung in Böhmen, bestehend aus einemLandesregenten in der Person von Alexei von Rosenberg und einemRathe von 12 auserlesenen Personen aus allen Klassen. Aber dieserRegent ohne alle Bedeutung war nur ein Werkzeug der mächtigen Pany,welche die rascheste Aussöhnung mit der Kirche und mit Sigismunderstrebten. Der Letztere brachte fast 2 Jahre (143133) in Italien zu,wurde am 31. Mai 1433 durch Papst Eugenius IV. in Rom gekrönt, underschien dann im Oktober auf dem Conzil zu Basel, wo er mit der czechi-schen Partei Verbindungen anknüpfte, welche zum Frieden geneigt war.Durch die Maassnahmen der Letzteren bildete sich noch im April 1433ein Bündniss in Böhmen zur Wiederherstellung von Frieden und Ordnungdaselbst, dem Taboritenheere wurde befohlen auseinander zu gehen, undder Bund sammelte sein eigenes Heer im Lager bei Kuttenberg. DieFolgen waren Streitigkeiten zwischen dem Bunde und den Taboriten, dasEinrücken des Bundesheeres in Prag, Aufhebung der Belagerung vonPilsen, der Abfall des Prokopen vom Bunde, und Aussöhnung des Pro-kopen mit den Taboriten, der nun alle ihre Truppen sammelte und mitdiesen gegen Prag zog. Zuerst lagerte er vor Prag selbst, da er aberdas Bundesheer nicht aus der Stadt zur Schlacht im offenen Felde zulocken vermochte, so zog er sich nach Kolin zurück. 23 königlicheStädte vereinten sich mit den Taboriten und Orphaniten und stellten ihre

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