Die bemerkenswertesten Kriege und Feldziige dieser Periode. 119
II. Kriege der Schweizer mit den Oesterreichern undBurgundern.
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Kriege der Schweizer mit den Oesterreichern im 14. und15. Jahrhundert.
Der Anfang der Kriege zwischen Schweizern und Oesterreichernreicht bis in jene Zeit, als Alb recht, der Sohn Rudolph's von Habs-burg, mit Gewalt der Waffen die Schweizer unterwerfen und sie zu einemHerzogthume in der Hand des Hauses Oesterreich vereinigen wollte. Die3 Cantons Uli, Schwyz und Unterwaiden schlössen (1306) ein Bündnisszu gegenseitiger Vertheidigung, bekannt unter dem Namen helvetischerBund, und durch das Beispiel Wilhelm Tell's angefeuert, vertriebensie ein starkes österreichisches Heer, das zur Unterwerfung der Schweizergesendet war. Von da an hatten die Schweizer fast 170 Jahr lang unauf-hörlich Krieg zu führen gegen den österreichischen in der Schweiz an-sässigen Feudaladel und gegen das österreichische Regentenhaus, welchesjener unterstützte, zu dem Zwecke, um die Schweizer seiner Macht zuunterwerfen. Diese Kriege sind bemerkenswerth durch die fortwährendenund wichtigen Erfolge der Schweizer, welche dadurch endlich ihre poli-tische Unabhängigkeit dauernd erkämpfen, sowie durch die ersten An-fänge zu einem regelrecht organisirten Fussvolk. Die Ursachen zu denErfolgen der Schweizer über die Oesterreicher lagen, von politischenGründen abgesehen, in der bedeutenden Uebeiiegenheit der Ersteren inBezug auf Kriegsorganisation, moralisches Element, Begeisterung undKampfart.
Diesen Krieg, welcher die gewaltsame Unterjochung eines Volkesbezweckte, das sein Vaterland und seine Freiheit über Alles liebte, —einen ungerechten Krieg —, führten die Oesterreicher mit Truppen,welche nach feudaler Weise organisirt waren und alle Fehler und Mängelder Feudalschaaren, Verschiedenheit der Zusammensetzung und derTriebfedern, Mangel an Ordnung und Zusammenhalt, an Einheit des Be-fehls und Uebereinstimmung der Handlungen, Ungeeignetheit zu ausge-dehnteren und schwierigen Unternehmungen sowie zur Behauptung der ge-machten Eroberungen — besassen. Abgesehen aber von dem Allen warendie österreichischen Feudaltruppen, deren besten und grössten Theil dieschwer bewaffnete ritterliche Reiterei bildete, ausserordentlich unfähigund ungeeignet zu Operationen in solchem Gebirgslande wie die Schweiz.
Die Schweizer hingegen, durch einfache aber mannhafte Sitten aus-gezeichnet, von einem Alle vereinigenden Gefühle — der Liebe zum