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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Kriegsverfassung und Kriegskunst im Besonderen. 107

hundert war (mit Ausnahme einiger nationalen Besonderheiten) den gleich-zeitigen in West-Europa conform. In der Mitte dieses Jahrhundertsführten sie lange Piken mit Haken, gerade Schwerter, kleine Schilde,auf dem Kopfe gewöhnliche Hüte oder Pelzmützen (kalpag) mit Federn,und auf dem Kücken einen langen bis auf die Knie reichenden Dolman.

Wilhelm Dillich, welcher zu Ende des 16. Jahrhunderts ein»Kriegsbuch« und eine Beschreibung von Ungarn herausgab, sagt, dassdie Ungarn im Kriege geschickter zu Pferde als zu Fusse seien, imKampfe niemals dieselbe gute Ordnung bewahren, wie die andern euro-päischen Völker, und deshalb namentlich in einem langwährenden Treffennur wenig Widerstandskraft besitzen. Ertheilt sie in berittene (Hussaren) und Fusstruppen (Haiduken). Die Ersteren trugen, nach "seinen Wor-ten, auf dem Haupte Helme, auf dem Körper einen Panzer mit Aermelnund bis auf die Füsse herabreichend, an der linken Seite einen Säbel, inder rechten Hand die Pike (copey) mit Haken, und hinter sich am Satteldas Faustrohr (Pistole) im Futterale. Die Capitäns oder Kottmeistertrugen über dem Panzer rothe leinene Halbröcke (Jacken). Die Haidukendagegen hatten weder Helm noch Panzer, ihre Kleidung war ähnlich derder Bauern, als Waffe führten sie ein kurzes Feuerrohr, nicht länger alsein Karabiner (und wenn sie ein solches, wegen Armuth, nicht beschaffenkonnten, eine Pike), an der linken Seite den Säbel, und oben bedecktensie sich, gleich den Hussaren, mit einem Mantel (Kutza).