96 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.
polem pracujiei. Erstere hatten sich ausschliesslich mit Führung desKrieges zu beschäftigen, die Andern mit Handwerken, Ackerhau undHerstellung Alles dessen, was zum Kriege nothwendig war. Diese Ge-meinden wechselten von Zeit zu Zeit um in ihren Beschäftigungen, wiees scheint, und hatten ihre besondern Anführer iwlodare) und Vorsteheroder Aelteste (zpäwce).
Die der Wagenburg oder dem Tross (welche schon in Gajek'sKriegsartikeln eine grosse Rolle spielte i. J. 1413) gegebene Einrichtungvervollkommnete Z i s k a durch alle Mittel zu Angriff und Vertheidigung,ihm gebührt unzweifelhaft das Verdienst dadurch grosse und wunderbareErfolge errungen zu haben. Seine Wagenburg war gebildet aus Wagen(wozy) je 1 auf 20 Mann, also 50 auf 1000 Mann, und stellte eine beweg-liche Festung dar. Die Wagen wurden hinter dem Heere gefahren undbeim Beziehen des Lagers einer mit dem andern durch Ketten verbundenund um das Lager (Tabor) aufgestellt, im Kampfe aber formirten sie ver-schiedene Linien, Gassen und Flügel in Gestalt der Buchstaben V, C, E,oder des griechischen ß (omega). Aeneas Sylvius, Zeitgenoss derHussiten, stellt die Verbindung der Wagen untereinander als so kunst-voll dar, dass, wenn und wo Ziska oder ein beliebiger Anführer befahl,sie zusammengeschlossen, wieder getrennt und in Bewegung gesetztwerden konnten, wie zur Verfolgung des Feindes so zum Rückzüge. Vorjedem Wagen waren 2 Pferde vor einander gespannt, das hintere inGabeldeichsel, das vordere in Zugriemen. Der vorderste und hintersteWagen führten Fahnen, mit welchen Signale zur Ausführung von Evo-lutionen und zur Aufrechthaltung der Ordnung gegeben wurden. Wennes nöthig wurde die Wagenburg zu bilden, so wurden die Pferde ausge-spannt, die Deichsel auf den davorstehenden Wagen gelegt und beideWagen durch Ketten verbunden. Auf die ausgespannten Pferde setztensich die Führer der Wagen, bewehrt mit breiten Holzschilden (pavezy),welche unten mit einer langen Spitze versehen waren zum Einstecken indie Erde, und stets bereit, die Pferde wieder einzuspannen und die Wagenvor zu bewegen. Auf jedem Wagen befanden sich 4 Krieger, bewaffnetmit Schlachtdreschfiegeln (cepy), Hellebarden (sudlicy, russ. sulizy), undBogenschützen und Arkebusire. Hinter ihnen in den Gassen der Wagen-burg standen andre bewaffnete Abtheilungen zur Ablösung der auf denWagen Kämpfenden, und zum Ersatz von Getödteten oder Verwunde-ten. Hinter dem Ganzen, auf dem Sammelpunkte für den Fall einesAllarms befanden sich Reserven zur Unterstützung. Rund um die Wagen-burg ritten Leichtbewaffnete (konieberky), welche ausgebrochene Pferdeeinfangen sollten. Zwischen den Fahrzeugen waren Oeffnungen ange-bracht zum Durchlass von Truppen, und durch tarasy, eine Art spani-scher Reiter, versperrt. Unter jedem Wagen war ein Brett befestigt,