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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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16 III- Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

von späterhin bei jeder Compagnie befindlichen Volontairs (Freiwilligen),welche die Stärke der Compagnie bisweilen verdoppelten, d. h. auf1200 Mann brachten. Jede Compagnie hatte ihren Capitain (Führer),dessen Gehlilfen (Lieutenant) und Fähndrich, der die Standarte trug. DieOrdonnanz-Compagnien erhielten Sold bei den Besichtigungen (montres),welche von besonderen Inspecteuren und Commissären abgehalten wur-den, und waren zu 25 30 Mann auf die Städte und Dörfer vertheilt.Durch besondere Bestimmungen waren festgestellt: die Zahl der Pferdefür jeden dabei Dienenden, die Ordnung und Regelung des Dienstes, dieMärsche in Etappen bei Zusammenziehungen, die Gestellung von Fuh-ren u. s. w.

Aber die Einführung von ständiger regulärer Reiterei breitete sichnur sehr langsam aus. In Deutschland und namentlich in Spanien wurdedie schwerbewaffnete ritterliche Cavallerie sehr lange beibehalten. InItalien bestand die Cavallerie entweder aus adligen Reiterschaarcn(lanze spezzate, lanspessades), oder aus Vagabunden verschie-denster Art und Leuten vom niedersten Schlage, welche die unter demNamen condottieri bekannten Banden bildeten (nach den sie anwer-benden und befehligenden Anführern so genannt condottieri).Diese Reiterei besass gar keine Organisation, vermiethete sich gegenBezahlung zum Dienste, und war durch ihre Zuchtlosigkeit und Räubereiberüchtigt. Bei den Schweizern gab es nur sehr wenig Cavallerie, da sieihnen in ihren Bergen nichts nutzte und ausserdem der Unterhalt dersel-ben zu viel kostete. Bei den Ungarn bildete eine ausgezeichnete leichteCavallerie den Hauptbestandtheil des Heeres.

Die allmähliche und allseitige Einführung stehender regelmässigorganisirter Reiterei, gleichwie die wichtigsten Veränderungen und Ver-vollkommnungen ihrer Organisation erfolgten im 16. Jahrhundert, beson-ders in dessen letzter Hälfte. Obgleich die Cavallerie schon damals derInfanterie den Vorrang abtrat, so war sie doch noch sehr zahlreich undstand in hohem Ansehn. Sie zerfiel in schwere und leichte, welche durchdie allmähliche Ausrüstung mit Feuerwaffen sich mehr und mehr voneinander sonderten. So'bildeten nun die Speerleute die schwere,die Arkebusier zu Pferde die leichte Cavallerie, von welch letzterendie spanischen arcabuseros als die besten galten. Ausserdem dientenin vielen Staaten (besonders Italien und Frankreich) auf Sold dieStra-dioten, eine albanische leichte Cavallerie, welche nach Art der Türkenbekleidet, bewaffnet war und focht. Die Spanier bewaffneten in der Folgeeinen Theil der Arkebusier mit Karabinern und bildeten daraus die cara-binicri, welche zur leichten Cavallerie gehörten und auch in andernStaaten eingeführt wurden.

Die Reiterei theilte sich in Corncts oder Rotten, ä 200250 Mann stark.