I. Abtlieihmg.In West-Europa.
Dreizehntes Kapitel.
Kriegsorganisation und Kriegskunst überhaupt.
§.98. Kriegsorganisation der Staaten im Allgemeinen. — §. 09. Einführung der Feuer-waffen. — Artillerie. — §. 100. Reiterei. — §. 101. Fussvolk. — §. 102. Auf-stellung, Bewegung und Kampfart der Truppen. — §. 103. Innere Organisationder 'Truppen und Meere. — tj. 104. Ingenieurkunst. — §. 105. AllgemeinerRückblick.
§.98.Kriegsorganisation der Staaten im Allgemeinen.
Im 14. und 15. Jahrhundert, als der Feudalismus allmählich verfiel,die monarchische Gewalt erstarkte und die staatliche Organisation dereuropäischen Reiche sich vervollkommnete, machte die feudale Heeres-Organisation einer neuen, mehr geregelten und den wahren Interessenmehr entsprechenden Staats-Kriegs-Organisation Platz. Die Feudalheereverminderten sich an Zahl, wurden seltener zusammenberufen und ange-wendet, während die Miethstruppen auf Sold an Zahl wuchsen, einereguläre Kriegsverfassung erhielten und der beste und Hauptbestandtheilder Kriegsmacht der Staaten wurden.
In der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts traten in allen Zweigen derKriegsverfassung der Reiche, auch der inzwischen überall verbreitetenFeuerwaffen bedeutende Vervollkommnungen ein. Die Kriegskunst ent-wickelte sich auf neuen und gänzlich von jenen verschiedenen Grund-lagen, welche ihr in der alten Zeit und auch während der feudalen undder Ritter-Periode dazu gedient hatten.
Im 16. Jahrhundert endlich, als der Feudalismus gänzlich verfallen,die monarchische Gewalt fest begründet war, und mit ihr sich neue poli-