2 Einleitung.
und herausgegeben, mit mehr oder weniger wissenschaftlicher Kritik und Ver-dienstlichkeit, welche gewisse, längere oder kürzere Zeiträume, besondereEpochen oder Ereignisse umfassen. Es ist jedoch zu bemerken, dass von all-gemeinen Geschichtswerken, durch Nichtkriegsmänner verfasst, es weitmehrgiebt, als kriegsgeschichtliche von Kriegsleuten geschriebene — sogar im19. Jahrhundert. Die grösste Zahl von beiden Arten fällt dem 18. Jahrhundertzu, die besten gehören dem 19. Jahrhundert, besonders dessen erster Hälfte an.
Wegen der ausserordentlichen Anzahl solcher Quellen und historischenHülfsmittel, welche sich auf die Kriegs-Geschichte West-Europas von 1350—1618 beziehen, ist es weder nöthig noch selbst möglich, sie alle vollständiganzuführen, es genügt die hauptsächlichsten, wichtigsten oder nützlichsten zubezeichnen. Sie sind in derselben Reihenfolge wie die Staaten West-Europa's,deren Kriegs - Organisation, Heerwesen und Kriege das vorliegende Werk be-schreibt , und soweit möglich auch der Zeitfolge ihres Erscheinens nach an-gegeben.
Zuvörderst sind aber noch diejenigen nachzuweisen, welche sich mehroder weniger auf diese ganze Periode und auf das ganze West-Europa beziehen,und zwar in politischer wie in speziell militärischer Hinsicht. Hier sind inerster Linie die Hauptsammelwerke anzuführen von Staats-, internationalen,Friedens- u. s. w. Verträgen, beginnend mit Moetjens (1700), Dumont(1726 — 31), Schmauss (1730), Rousset (1739), Wenk (1781) u. s. w.Dann Schiller's allgemeine Sammhing geschichtlicher Memoiren vom 12.—19. Jahrhundert, 30 Bände (1790—1803); die allgemeine Weltgeschichte desgesammten Europa's oder nur West-Europa's von: Abbe" Mably (1773), —■Koch(1790—1813), — Ancillon (1806), —Heeren (1810—22), — Joh.Müller, —Hallam (engl.), —Desmichels (franz.): Geschichte Europa'sim Mittelalter, — Eichhorn: Geschichte der letzten 3 Jahrhunderte (1817),
— Ghillany: europäische Chronik von 1492—1865 (1865), u. A. — Ausden eigentlichen kriegsgeschichtlichen: Macchiavelli Arte della guerra (ausseinerzeit), — LeonhardtFrohnsperger'sKriegsbuch, neu bearbeitet vonBöhm und Barthold (1819 und 1833), Manesson Mallet: Travaux deMars (1660 — 96), — Mauvillon: Essai sur rinfluence de la poudre äcanon (1782), —Hoyer: Geschichte der Kriegskunst (1799 — 1800), —Venturi (ital. 1815), —und Decker (deutsch 1822): Geschichte der Artil-lerie, — Mouriez: Les guerres commerciales, von 1486 —1850 (1863) u.s.w.
Dann sind aus der Zahl der Quellen und historischen Hülfsmittel, welchesich im Besondern auf die verschiedenen Staaten West-Europa's beziehen, vorAllem die auf England und Frankreich bezüglichen zu nennen, deren100 jähriger Krieg um den Besitz des französischen Thrones die Kriegsgeschichteder vorliegenden Periode eröffnet.
Von den auf England bezüglichen sind die hauptsächlichsten: CamdeniAnnales rerum Anglicarum et Hibernicarum (1675), — Geschichten Englands:Bacon (1719), — Smolett (1757), —Hume (1770), —Goldsmith (1805),
— Lingard (1820—25), — Ranke, hauptsächlich im 16. und 17. Jahr-hundert (neu herausgeg. 1862 — 68); — Geschichten der Könige und Königin-nen: Heinrich VH.—Bacon (1662) und Marsollier (1725), —Hein-rich VHI.— Herbert of Cherbury (1649) und Turner, — Elisabeth
— Camdeni Annales etc., Gregorio Leti (1703) undKeralio (1768—88),
— Elisabeth und Maria-Raumer (1836) u. s. w., — und endlich Gleig:A sketch of the military history of Great Britain (1845).