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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
Entstehung
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Quellen und historische Hülfsmittel.

Di

/ie Hauptquellen für das Studium der Kriegsgeschichte West-Europa'sin der vorliegenden Periode sind: 1. Bis zum 16. Jahrhundert wie vorher die Chroniken, aber schon nicht allein die der Klöster oder von Geist-lichen, sonderiwmehr und mehr auch die von Laien geschriebenen, und 2. vom16. Jahrhundert an die sogenannten memoires oder Aufzeichnungen von Geist-lichen oder Laien ohne Unterschied, welche hauptsächlich solche Ereignissebehandeln, an welchen diese Tbeil genommen, oder die ihnen von Augen- undOhrenzeugen derselben berichtet wurden.

Die Chroniken, einzeln oder in Sammlungen seit der Einführung derBuchdruckerkunst herausgegeben, zum Theil auf die Periode von 4761350,theils auf die von 1350 1500 bezüglich, sind bereits im 1. und 2. Theil derAllgemeinen Kriegs-Geschichte des Mittel-Alters angegeben. Einige derselben,welche sich speziell auf die Periode 13501500 beziehen, werden weiterunten erwähnt.

Die Memoiren oder Aufzeichnungen, vom 16. Jahrhundert an,unterscheiden sich von den Chroniken insofern, als in ihnen die Persönlichkeitdes Erzählers mit ihren Sympatbien und Antipathien, Zwecken und Absichtenhervortritt. Da die Erzähler sehr oft zu den hervorragendsten Staats- oderKriegsmännern gehören und bisweilen Ereignisse von grösserer oder geringererBedeutung und eine längere oder kürzere Zeitperiode beschreiben, so bildenihre Aufzeichnungen mit Kecht ein sehr werthvolles historisches Material,welches man jedoch nur mit kritischer Vorsicht gebrauchen darf.

Für den Zeitraum von 135 01618 giebt es in allen Staaten West-Europa'ssehr viele Chroniken und besonders Memoiren. Sie sind in den hauptsächlich-sten und besten bibliographischen Verzeichnissen angegeben, von Walther(1783 17991808), Hoyer (in Geschichte der Kriegskunst 1799), undRumpf (1824) bis zu den neuesten in unserer Zeit.

Bis zum 16. Jahrhundert sind sie fast ausschliesslich in lateinischerSprache verfasst, von da an theils in lateinischer, theils in den damaligen ver-schiedenen westeuropäischen Sprachen.

Auf ihrer Grundlage wurden in den letzten 3 Jahrhunderten (17.19.),dem Geiste und der Richtung jedes derselben entsprechend, allgemeineGeschichts- und kriegsgeschichtliche Werke zusammengestellt

Galitzin, Allgem. Kriegsgeschichte II. 2. 1