372 HI. Vom Tode Alexanders d. Gr. bis zu Augustns (323—30 v. Chr.).
Kriegsübungen, zu Pferde wie im Gebrauch der Kriegswagen, im Kampfeselbst ein tapferer und den Feinden furchtbarer Feind, war er zugleichein sehr geschickter und bedeutender Feldherr, der sich besonders durchseine Krieglisten auszeichnete und zugleich die Kunst besass, seineHandlungen dem Charakter und den Handlungen seiner Gegner, wie denUmständen anzupassen. Aber er, der die Völker Asiens, ja die Römerselbst besiegt hatte, so lange sie von mittelmässigen oder unfähigenFeldherren geführt wurden, er erlitt fast unausgesetzt Unfälle und Nieder-lagen, als er Lucullus und Pompejus gegen sich hatte. Deshalb hat erkaum ein begründetes Anrecht auf den Beinamen eines grossen Feld-herrn und kann in keinem Falle seiner Kunst nach weder mit Hannibal,noch selbst mit Lucullus und Pompejus auf gleiche Stufe gestellt werden.Die Nachricht von seinem Tode, welche Pompejus in Judäa in derNähe von Jericho erhielt, erregte in des Pompejus Heere wie zu Romdie lebhafteste Freude. Pompejus brach sofort nach Pontus auf, nahmdie Unterwerfung des Pharnaces an und beliess diesem das östlicheKönigreich (mit Ausschluss von Phanagoria), dem Tigranes Gross-armenien, dem Ariobarzanes Kappadocien und Sophene, dem HyrkanusJudäa und den übrigen kleineren und unter römischer Oberhoheit stehen-den Fürsten Asiens ihre Gebiete. Aus Bithynien dagegen, Paphlagonienund Pontus bildete er eine grosse Provinz unter dem Namen Bithy-nien, — aus Pamphylien und Cilicien eine zweite unter dem NamenCilicien, — aus den dem Tigranes entrissenen Resten des früheren syri-schen Königreiches eine dritte unter dem Namen Syrien. Alle diese dreiProvinzen wurden dem römischen Staate einverleibt und auf diese Weisedie Grenzen desselben bis zum Euphrat ausgedehnt; Nachbarn derRömer auf der anderen Seite dieses Flusses wurden die Part her,welche ihnen in der Folge so furchtbar werden sollten.
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Druck von Breitkopf und Härtel in Leipzig.