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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 3 (1875) Vom Beginn des zweiten punischen Krieges bis zum Anfang der Kriege Julius Cäsars in Gallien : (218 - 58 v. Chr.)
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35. Kriege der Römer zur Zeit der inneren Unruhen (13330 v. Chr.). 371

Pompejus forderte aber, dass er persönlich zu ihm komme und sich un-terwerfe, und Mithridates fuhr nun mit seinen Kriegsrüstungen fort,sammelte Truppen, Geld und Lebensmittel, Hess Waffen anfertigen, er-baute Kriegsmaschinen und Geschütze u. s.w. Trotz der heftigen Erbitte-rung der Einwohner des bosporanischen Königreichs gegenihn, in Folge desvon ihm geübten Druckes, gelang es ihm dennoch, an 36,000 Mann aus-erlesenen Fussvolkes zusammenzubringen, die nach römischem Muster in60 Cohorten. jede zu 600 Mann, formirt wurden, und ausserdem einegrosse Anzahl anderer weniger zuverlässiger Truppen. Er hatte auchKriegsschiffe, und nachdem er Phanagoria am östlichen und Pantikapäumam westlichen Ufer des cimmerischen Bosporus eingenommen hatte, ent-schloss er sich zu einem kühnen, oder besser gesagt, verzweifelten Un-ternehmen, nämlich zu Lande durch das Gebiet der Scythen und Ger-manen den Krieg von Norden her nach Italien zu tragen, ein Plan,den, wie man meint, er schon |bei Antritt seiner Regierung entworfenhatte. Diese Absicht erregte aber Missvergnügen und Empörung beiseinen Truppen, und bald, durch seinen Sohn Pharnaces zu offenem Auf-ruhr gegen ihn aufgestachelt, fielen sie von ihm ab und riefen Pharnaceszum König aus. Im Schlosse zu Pantikapäum von ihnen eingeschlossen,und nachdem er vergebens versucht hatte, sie auf seine Seite zu bringen,bat der 72jährige Mithridates, zu schwach, um sich mit eigener Hand dasLeben zu nehmen, einen seiner Vertrauten, ihn mit dem Schwerte zudurchbohren (zu Anfang des Jahres 63).

So endete dieser berühmte Feind der Römer sein Leben, der 17 Jahrelang (die Friedenszwischenräume ungerechnet) den hartnäckigsten underbittertsten Krieg gegen die Römer geführt hatte. Die alten Schrift-steller, namentlich die römischen, sprechen nur mit dem äussersten Lobevon ihm*), die Geschichte nannte ihn den Grossen. In der That kannman ihm weder einen zu den kühnsten und grössten Unternehmungenfähigen Geist, noch Muth, noch jene Festigkeit der Seele absprechen,welche alles Missgeschick und alle Schwierigkeiten überwindet, nochdie Unerschöpflichkeit an Mitteln zur Wiedererhebung nach den grösstenUnfällen und Niederlagen, noch endlich persönliche Tapferkeit. Körper-lich stark und ausdauernd, gewandt und tüchtig in allen Leibes- und

*) Unter Anderem nennt ihn Cicero: den grössten der Könige nachAlexander d. Gr., und Vellejus Patereulus, k immer schwülstig, sagt, dass manweder über ihn schweigen, noch glei.chm'üthig von ihm redenkönne, und fügt hinzu: er war unerschrocken im Kampfe, bewunde-rungswürdig in seiner Standhaft igkeit, gross zu Zeiten durch seinGlück, immer durch seine Gefühle, an Geist ein Feldherr, nachseiner Hände Werk ein Krieger, ein zweiter Hannibal durch seinenHass gegen Rom.

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